410
ferner W. Phersow>), welcher zwei Jahre in China lebte,und Hill^), der Arzt der Fregatte Sunda, die an der InselHeinan scheiterte und deren Mannschaft unter dem Schutzeder Chinesischen Regierung nach Kanton geführt wurde.
Das Opium wird nicht in rohem Zustand geraucht, son-dern es wird zuvor gereinigt. Das gereinigte Opium führtden Namen Tschandu, und wird zu hohen Preisen verkauft.Zu seiner Bereitung verwendet man am häufigsten das Opiumvon -Benares , das am wohlfeilsten ist. Die reichen Chinesengeben dem Opium von Patna den Borzug, weil es einenfeineren Duft verbreitet, und starker und nachhaltiger wirkt.Das Tschandu wird auf folgende Weise bereitet: DaS feinzerschnittene Opium wird mit Wasser gekocht, wobei man dieauf die Oberfläche steigenden Unreinigkeiten abschäumt. Diedurch Kattun geseihte Flüssigkeit läßt man dann in einemflachen Gefäß bis zur Consistenz eines Teigs eindicken. Diesenbreitet man in Form dünner Kuchen aus, welche nach demErkalten in schmale Streifen geschnitten, nochmals im Wassergelöst, durch Abdampfen eingedickt, und endlich zu Kugelngeformt werden, welche das Aussehen und die Consistenz vonPech haben. In diesem gereinigten Zustande wird daS Opiumzum Rauchen benutzt, welches wenigstens die doppelte Kraftdes rohen Opiums hat. Die Chinesen führen das Tschanduin einer kleinen hölzernen oder metallenen Büchse bei sich,welche die Größe eines Fingerhuts hat. Das einmal ge-brauchte Tschandu hat seine Kraft noch nicht ganz verloren,es wird aus den Pfeifenköpfen gesammelt, und heißt Tai-Tschandu oder Opium-Dreck. Dieses bedienen sich die ärmerenLeute zum Rauchen.
>) Hsr» in ktuvu2) Ide l'imes.