25
vergleichbar werden. Jede Leistung heisst gleich gross, zu derenBewirkung eine gleich grosse lebendige Kraft gebraucht und ver-braucht wird.
Dächten wir uns einen Körper im leeren Raume ohne Wider-stand eines Mittels und Gegenwirkung einer Kraft sich bewegend,so würde er vermöge der einmal erlangten Geschwindigkeit undmithin lebendigen Kraft ins Unendliche fort ohne Minderung derGeschwindigkeit fliegen, und gar keine lebendige Kraft dabei ver-braucht werden. Diess nennt man zwar eine Bewegung, aberkeine Leistung, welche stets die Ueberwindung einer Gegen-wirkung und einen demgemässen Verbrauch lebendiger Kraftvoraussetzt. Es bleibt aber doch die lebendige Kraft dieses Kör-pers das Mass der Leistung, welche er hervorzubringen vermö-gend sein würde, sowie eine solche Gegenwirkung l’latz grille.Bei vielen Leistungen, z. B. dem gleichförmigen Zuge eines Wa-gens durch das Pferd, besteht dieselbe Grösse der lebendigenKraft fort; aber nur desshalb, weil immer durch die Widerständeeben so viel verbraucht w ird, als durch die Anstrengung des Pfer-des dem Wagen zuwächst, wodurch die lebendige Kraft des Wa-gens conlinuirlich wachsen würde, wenn nicht eben die Wider-stände den Zuwachs continuirlich verzehrten.
Lebendige Kraft kann sich in einem Systeme durch die Wech-selwirkung seiner Theile entwickeln, so im Planetensysteme, injedem Organismus; — durch Mittheilung und Fortpflanzung derBewegung übertragen und fortgepllanzt werden ; so beim Wurfeeines Steines; bei der Fortpflanzung der Bewegung durch festeund flüssige Mittel; — endlich die innerlich erzeugte durch äussereEinwirkungen abgeändert werden; so die lebendige Kraft, die dasSystem je zweier Wellkörper durch ihre Wechselwirkung erzeugt,durch die Einw irkung eines dritten ; so die innere lebendige Krafteines lebendigen Organs durch jeden äusseren Beiz.
Schliesslich aber hat, so weit wir es zu verfolgen vermögen,nicht nur alle Entstehung, sondern auch Uebertragung, Fortpflan-zung, Abänderung der lebendigen Kraft ihren Grund in Wechsel-wirkung der Theile. Wirft eine Hand den Stein, so entsteht dielebendige Kraft, die ihm eingepflanzt wird, durch organischeWechselwirkungen, und pflanzt sich über auf den Stein durcheine Wechselwirkung zwischen seinen Theilen und denen der