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Practisches Mineralsystem / entworfen von Rudolf Augustin Vogel
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11
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Vorbereitung. n

tische, und dieses die pragmatische Kenntniß. Nun wirdniemand leugnen, daß letztere einen Vorzug für jener ver-diene, so wie ein Kern für einer Schale; um so mehr, wennman überleget, daß das äußerliche Ansehen bey vielen Kör.pern oft einerley, die innere Natur aber sehr verschieden ist;und hinwiederum bey vielen das äußerliche Ansehen ver-schieden, und die innere Natur einstimmig, und folglichauch der Nutzen und Gebrauch einerley. Ich will nur die.jenigen, die bereits eine Kenntniß von den Fossilien haben,id Ansehung des ersten Satzes, an das rußische Glas unddas Fraueneis; in Ansehung des zweyten aber an das Frauen,eis und an den Gipestein erinnern. Gewiß, wer der äu.ßerlichen Gestalt trauet, der wird das rußische Glas unddas Fraueneis für einerley halten, und indem er dieß thut,auch in der Meynung stehen, man könne eines für das an-dere im gemeinen Leben brauchen. Allein wie sehr wird ersich alsdenn nicht irren, wenn er höret, daß man aus demFraueneis Gips machen kann, aus dem rußischen Glastaber nicht. Ich könnte noch des großen Unterschiedes derzwischen dem Spalh, zwischen dem Schiefer, zwischen demWeißqüldenerz und Mißpikkel, zwischen Kupferkieß undKupfernikkel ist, gedenken, wenn ich glaubete, daß meinSatz mehrern Erweises nöthig hätte: Denn obgleich allediese Körper einander äußerlich noch so gleich sehen; so sindsie doch ihrer innern Natur nach himmelweit von einanderunterschieden, und dürfen daher, wenn man nicht Gele-genheit zu mancherley Irrungen geben will, weder untereine Classe, noch unter ein Geschlecht gebracht werden.

§. 14.

Fortsetzung des Vorhergehenden.

Eine empyrische Kenntniß ist demnach nicht alleinhöchst unvollkommen, sondern auch verführerisch. Und esverdienen daher diejenigen Systeme, die die Fossilien nurnach ihrem äußerlichen Ansehen unter einander aufstellen,und so gar auch Steine lind Salze wegen einer Aehnlichkeit