Vorbereitung. 13
daher zu Büchern meine Zuflucht nehmen. Diese abermachten mich alle nicht klug, sondern mehr verwirrt; undich gestehe eö offenherzig, daß ich nicht einen Kalkstein dar-nach kennen zu lernen vermogte, noch vielweniger einenMarmor von einem Gips zu unterscheiden. Ich konntemich über meine stummen Lehrer (es waren keine alte, son-dern die neuesten Systematik«, den Herrn Pott ausgenom-men) nicht beschweren, daß sie mir nicht genug äußerlicheKennzeichen von den Sache«, angegeben hätten; es warenderen nur manchmal allzuviel, und bey vielen Dingen soübereinstimmend, daß ich nicht herauszukommen wußte,manchmal auch so subtil, wie z. E. bey dem Talk undGlimmer, deren Unterscheid von der Gleichheit und Un-gleichheit der Vlättchen hergenommen wird, daß ich nichtwußte, ob ich das Ding Talk oder Glimmer nennen sollte,da ich an eben den« Stücke sowohl gleiche, als ungleicheBlättchen fand. Ware mir die Mineralogie nicht so sehrnöthig gewesen; so hatte ich wahrhaftig alle Lust hierzuverloren. Doch sie wuchs, als ich über des Herrn PottsLithogeognosie kam; und wie freuete ich mich, als ich hier-aus einen Marmor konnte kennen, und auch solchen voneinem Alabaster unterscheiden lernen. Was war die Ursachhiervon? keine andere, als daß ich hier auf ganz andereund unterscheidende Mcrkmaale qeführet wurde, die mirdie Fossilien aus ihrem innern Wesen auf eine untrüglicheWeise kenntbar machten. Es ist zwar wahr, es erfordertdieses einige chymische Erkenntniß; und wenn ich die nichtgehabt hätte, so hätte ich vielleicht nicht fortkommen können.Ich finde aber doch hierinne keine große Schwierigkeit; undwenn es gewiß ist, daß man ohne dieselbe sich weder einebloß superficielle, noch vielweniger gründliche Erkenntnißder Fossilien erwerben kann; so verlohnt sichs ja wohl derMühe, daß man hierauf vorher einige Zeit wendet. Ge-setzt also, daß die Chnmie sich bey der Mineralogie noth-wendig machet: folgt wohl hieraus, daß die Mineralogieauf diese Weise nun schwerer zu erlernen werde? Ich habe
aus