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Practisches Mineralsystem / entworfen von Rudolf Augustin Vogel
Entstehung
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278
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»78 SchmelzbareEalze.

wie ich HHon anderwärts erwähnet habe: sie bringt ihn aberzu keinen vollkommenen, harten, trocknen, und recht cristal-linischen Zustande, oder zu einem solchen Salze, wie er beydem Gebrauche zum Vorschein kömmt: dieses thut erst dieKunst, indem sie diesem unvollkommenen und flüchtige,«Salze, welches einige ^pbronitruin nennen, ein Laugensalzzusehet, wodurch es zu einen trocknen, harten, cristallini-schen und brauchbaren Salpeter wird. Zur Erzeugungdes natürlichen Salpeters werden drey Stücke erfordert, erst-lich und vornehmlich etwas verfaultes, und was mit einemkochsalzichten Wesen beschwängert ist; zweytenö eine Erde,welche fähig ist, das urindse Salz der faulenden Körper insich zu nehmen; und drittens die Luft, theils als ein Jnstru-ment, das kochsalzichte zu destruiren, theils aber auch alsein Mittel, welches selbst ein saures Wesen in die Erdeneinführet. Weswegen denn der Künstler, um das ganzeWerk der Natur zu befördern, keimichte Wände auswirft,unter solche faulende Dinge mischt, und eine Zeitlang Luftund Wetter darauf wirken läfit, und sodann, wen» er einenfalzichcen Beschlag davon wahrnimmt, die Erde auslaugt,und die Lauge ferner zum festen Salpeter zubereitet. Beywelcher Zubereitung aber das urinöse Salz durch die alkali-sche Lauge völlig ausgetrirben wird.

§. i8.

Wie er gewonnen wird-

Der meiste Salpeter wird von Salpctererde, vonleimichten Wänden, oder von alten niedergerissenen Kalk-steingebäuden gewonnen. So ferne sich derselbe in der Er-de erzeuget, so ist die Gegend gemeiniglich eine solche, woviel Harn und Koth hinkömmt, oder wo viele Menschenund Thiere verfaulen. Erzeuget sich derselbe aber an fti-michten oder steinichten Wänden, Gebäuden, Kellern; soist es bey allerhand Viehställen, Mistgruben und bey Ge-genden, wp viele faule Dünste sind, und wenig Sonne hin-kömmt.