288
Salze, die nicht schmelzen.
den, Dännemark, Pommern und andere Länder damit ge-trieben: das Französische aber wird meistens in Frankreichselbst verbrauchet, besonders, da eine sehr große Tare dar-auf liegt. Um aber das Seesalz von dem Wasser zu schei-den, so sind dieserwegen an den Seekanten große Teiche undCanäle abgestochen, in welche das Wasser zu gewissen Zei-ten und zwar in den heißesten Monaten geleitet wird, unddaselbst durch die Sonnenhitze allmählich vertrocknen muß.Das zurückbleibende Salz sieht schwärzlich grau aus undist ziemlich unreine, daher denn solches hernach an verschie-denen Orten, und vornehmlich in Holland und England,raffinirt und geläutert wird, welches durch eine neue Auf-lösung in süßem Wasser, durch eine fleißige Abschäumungder noch anklebenden Unreinigkeiten mit Rinderblut, unddurch eine neue Cristallisirung geschieht. Die Mutterlau-ge, welche hiervon übrig bleibt, wird in England nicht weg-geworfen , sondern zur Verfertigung des sogenannten Eng-lischen Salzes gebrauchet; zu welchem Ende selbige mitdem Todtenkopf vom Vitriol vermischt gekocht, filtrirt undcristallisirt wird. Das Seesalz aber ist von den andernSorten unterschieden, daß es etwas schmieriges, und et-was salpetcrichtes bey sich führet, davon es aber durch dieReinigung fast völlig befreyet wird.
§- Zi.
Nutzen des Kochsalzes.
Der vornehmste Nutze des Salzes ist in der Oeco-riomie zum Würzen, Einsalzen, Räuchern, u. s. f Es hatauch seinen Nutzen beym Landmanne für Schafe, Kühe, in-gleichen für das Wild, in den Salzlecken. Es werden auchvon allerhand Künstlern und Handwerkern, als Gold. undSilberschmidten, Klein, und Grobschmidten, Färbern, Sei-fensiedern, Gärbern, Stahlmachern, Apothekern, Chemistenund Aerzten gebraucht.
Vierte