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Practisches Mineralsystem / entworfen von Rudolf Augustin Vogel
Entstehung
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319
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Schwefelichte Körper. 359

und in den Brand gebracht worden ist. Weil nun die Rö-ste, wenn das Holz unten weggebrannt, sich sehet, und obenund auf den Seiten Risse bekömmt, so muß selbige obenmit Kern und an den Seiten mit Klein ausgebessert wer.den, damit keine Hihe herausgehen könne. Hat nun dieRöste ungefehr 14. Tage im Feuer gestanden, so werden dieKern oben ganz fett; und alsdenn werden mit einem bleyer-nen Kolben etliche 20. Löcher auf die Röste gestoßen, undsolche Löcher mit Vitriolklein ausgebessert, damit sie feinglatt werden; in welchen Löchern hernach der Schwefel sichsammelt, und täglich dreymal meinen hölzernen Eimer,darinne etwas Wasser ist, geschöpfet wird. Dieser Schwe-fel, wie solcher erst von den Rösten kömmt, wird roherSchwefel genennt, und zu fernerer Verarbeitung nachdem Schwefelhauft gebracht. Wenn die Löcher auf derRöste gemacht werden, so wird solche unten an allen vierSeiten bereumet, d. i. das Erz wird daselbst etwa einenFuß breit weggenommen, damit die Luft «was unter dieRöste kommnn, und die Hihe den Schwefel treiben könne.Sollte der Schwefel etwas zurück bleiben, so wn-d solchernoch ein-bis zweymal bereumet. Währender Zeit, daeine Röste im ersten Feuer steht, muß solche wohl in Achtgenommen werden, daß an der Seite oder oben auf keinLoch in das Klein und Kern komme. Geschieht solchesaber dennoch, so muß es gleich wieder zugeinachk werden,sonst kann die Röste oder der Schwefel in derselben aus-brennen. Eine Röste muß im ersten Feuer wenigstens einviertel Jahr stehen. Der Frühling und Herbst, wenn tro-cken Werter ist und kein Ostwind geht, (denn dieser dor-ret die Röste aus ) ist für den Schweftlfang die besteZeit. Zehn bis zwanzig Centner roher Schwefelkann nach und nach von einer Röste geschöpft werden.Wenn eine Röste bey gutem Wetter an einer oder mehrSeiten fett wird, daß der Schwefel durch die Decke, sovon Erz- und Vitriolklein angesetzet worden, durchschlagt;so wird darüber noch eine vom frischen Vitriolklein, das mit

Wasser