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Practisches Mineralsystem / entworfen von Rudolf Augustin Vogel
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470
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470 Unvollkommene Metalle.

welches ein grauer thonartiger nicht allzufester Schiefer ist,mit weißen Kieß-und Kupferschnürchen, auch bisweilenKupfergrün, und zart eingesprengter Steinkohle durchflossen,mit Kräuterabdrücken versehen, auch nicht selten mit einerhäufigen Eisenerde, und zufälliger Weise mit gewachsenemSilber angeflogen.

Kupfer findet sich überdies in sehr vielen Erzarten desSilbers, Bleys, Zinns, Eisens, Cobolds und dem Kieße,wie auch in verschiedenen Erden und Kalksteinen, wo esaber mehrentheils auf eingesprengte zarre Kupfererze an.kömmt.

H. 66.

Anmerkungen über das Kupfer.

r. Kupfer und Eisen haben einen sehr großen Hang ge.gen einander, und man wird selten Erze von der einen oderder andern Art sehen, die nicht beydes in ihrer Mischunghaben, es sey auch so wenig, als es wolle.

2 . DieKupfererze brechen theils in Ganggebirgen, theilsin Flöhen. Die Kupfer aus Schieferbergwerken find feiner,brauchbarer und beliebter, als diejenigen, welche von Gän.gen genommen werden, weil lehrere mit mehrern fremdenGeschicken, als Blende, Mißpickel, Glanz u.d.g. vermischt,jene aber gemeiniglich davon frey sind.

3 . Kein Metall ist so schwer aus seinem Erze zu brin.gen und in reiner Gestalt darzustellen, als das Kupfer. DieSchmelzungöartcn aber sind sehr verschieden, und fast einjedes Land, ein jedes Kupfererz, hat seine besondere Be.schickung. Auf dem Harze verfährt man folgendergestalt:Die Erze werden erstlich geröstet, hernach in einem Stich,ofen mit leichtflüssigen Schlacken vermischt geschmolzen, undwas in dem Stichherde abläuft, in Scheiben gerissen. Die.setz heißt roher Scein "), und wird nun ferner vier, fünf

bis

4Z) Wenn der Nohstein aus fläche sehr viele krause Fäden au-,dem Heerde gerissen iss, und es welche wie Haare aussehen, undwird etwas Wasser darauf ge- daher auch Rupferhaare ge-spritzt, so fahren auf der Ober- nennt werden.