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Practisches Mineralsystem / entworfen von Rudolf Augustin Vogel
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Halbmetalle.

§. 81.

Spießglas, ^»timonium, 8t>l>ium, K.

Der dritte mineralische Körper, den man unter die Halb.metalle zählet, ist das Spießglas, ein vererztes besonderesHalbmetall, welches seine Vererzung durch Schwefel erhal.ten hat, und nun zusammen einen schwarzen oder stahlfar.denen, schweren, auf dem Bruche etwas glänzenden undstreistgten dichten Körper ausmacht, der in einem glüendenSchmelztiegel in Fluß kömmt, und nach und nach gänzlichverfliegt, wenn er aber nur geröstet wird, endlich mit einerSchwefelflamme brennt, und sodann bey einem stärkern an.haltenden Feuer in einen rothbräunlicden, etwas durchsich.tigen glasichten Körper (Vitrum rmkimonü) verwandelt wird.Eben diese Verwandlung geht auch das ausgeschiedene Halb-metall (KeAuIn8 nntiincmü), nach vorhergegangener«stung, vor sich ein; und man erkennet daraus, daß das ausdem ganzen Spießglase erhaltene Glas, eben dasjenige ist,was man aus dem Regulus für sich erhält, und folglich dieVerzinsung bloß den regulinischen Theilen eigen ist. DerRegulus selbst aber ist ein weißlichtes, silberfarbenes, aufdem Bruche etwas faserichres Halbmetall, welches sich leichtzerstoßen und zerreiben läßt, in einem glüenden Tiegel schmel.zet, und unter dem Schmelzen nach und nach verfliegt. Ei.nen reinen gediegenen Regulus trifft man nie in der Erdean, sondern er ist allezeit mehr oder weniger durchschwe.feit °°).

§» 82»

Spießglaserze.

Obwohl das Spießglas selbst ein wahres Erz ist; sopflegt man doch solches nicht mit diesem Namen zu belegen,sondern nennt nur das in der Erde liegende unreinere, mit

Berg

60) Den wenigsten Schwefel S^nvab ausgegeben worden,hat wohl das in der Salbergs- S. Abhandl. O. Rön. Gcbrv.grübe gefundene Spießglas bey Academ-Serwiffensth. 1748.sich, welches daher für gediege- und LronsteSt» Vers. einernen Regulus von dem Herrn neuenMineral. §. rzz.