29
gcjogen, senkt sich der Blick auf das feuchte Laubdack destief liegenden Waldes. Der Ruhesitz, nach welchem er undsein Freund Gregorius vonNazianz^ so lange sich gesehnt,ist endlich gefunden. Die dichterisch mythische Anspielungam Ende deS Briefes erklingt wie eine Stimme, die auseiner anderen, früheren Welt in die christliche hcrüberschallt.
Auch des Basilius Homilicn über das Hcraömcronzeugen von seinem Naturgefühl. Er beschreibt die Mildeder ewig heiteren Nächte in Kleinasien , wo, wie er siebausdrückt, die Sterne, „die ewigen Blüthen des Him-mels", den Geist des Menschen vom Sichtbaren zum Un-sichtbaren erbeben.^ Wenn er in der Sage von der Welt-schöpfung die „Schönheit deS Meeres" preiscü will, so be-schreibt er den Anblick der grenzenlosen Fläche in ihrenverschiedenen, wechselnden Zuständen: „wie sie, vom Hauchder Lüfte sanft bewegt, vielfarbig, bald weißes, baldblaues, bald röthliches Licht zurückwirft, wie sie die Küsteliebkost in ihren friedlichen Spielen." Dieselbe sentimental-schwcrmüthige, der Natur zugewandte Stimmung findenwir bei Gregoriuö von Nyssa, dem Bruder des GroßenBasilius. „Wenn ich", ruft er aus, „jeden Felsenrücken,jeden Thalgrund, jede Ebene mit neuentsprossenem Grasebedeckt sehe, dann den mannigfaltigen Schmuck der Bäume,und zu meinen Füßen die Lilien, doppelt von der Naturausgestattet mit Wohlgeruch und mit Farbenreiz; wenn ichin der Ferne sehe daö Meer, zu dem hin die wandelndeWolke führt: so wird mein Gemüth von Schwermuth er-griffen, die nicht ohne Wonne ist. Verschwinden dann imHerbste die Früchte, fallen die Blätter, starren die Aestedes Baumes ihres Schmuckes beraubt; so versenken wir