Band 
Zweiter Band.
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bcvci anregend, verdächtigt. Dieser Umgang schien ebenso gefahrbringend wie dem Tertullian , dem Clemens vonAlcrandrien und fast allen älteren Kirchenvatern die Pflegeder plastischen Künste. In dem zwölften und dreizehnte» Jahr-hunderte untersagten Kirchenversammlungen zu Tours(1163) und zu Paris (1209) den Mönchen daS sündhafteLesen physikalischer Schriften.^ Erst durch Albert denGroßen und Roger Bacvn wurden die GeistcSfcsscln muth-voll gebrochen, dieNatur entsündigt" und in ihre altenRechte eingesetzt.

Wir haben bisher die Contraste geschildert, die beiGriechen und Römern, in zwei so nahe mit einander ver-wandten Litteraturen, sich nach Verschiedenheit der Zeit-epochen offenbarten. Aber nicht die Zeit allein, d. h. dieWeltbegebenheiten, welche Regierungsform, Sitten undreligiöse Anschauungen unaufhaltsam umwandeln, bringendiese Contraste in der Gefühlswelse hervor; noch auffallendersind die, welche die Stammverschicdenheit der Menschen undihre geistigen Anlagen erzeugen. Wie ganz anders zeigen sichuns Lebendigkeit des Naturgefühlö und dichterische Fär-bung der Naturschilderungen bei den Hellenen, den Germanendes Nordens, den semitischen Stämmen, den Persern undIndern! Cs ist eine vielfach geäußerte Meinung, daßbei den nordischen Völkern die Freude an der Natur, einealte Sehnsucht nach den unmuthigen Gefilden von Italien und Griechenland , nach der wundervollen Ueppigkeit derTropen-Vegetation hauptsächlich einer langen winterlichenCntbehrung alles Naturgenusses zuzuschreiben sei. Wirläugnen nicht, daß die Sehnsucht nach dem Palmenklimaabnimmt, je nachdem man sich dem mittäglichen Frankreich