Band 
Zweiter Band.
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in dem Dünen unP felsigen Theile von Palästina geeignetsolche Beobachtungen anzuregen. Auch au Mannigfal-tigkeit der Form fehlt es der dichterischen Litteratur derHebräer nicht. Während von Josua bis Samuel die Poesieeine kriegerische Begeisterung athmet, bietet das kleine Buchder ähreuleseudeu Ruth ein Naturgemälde dar von dernaiveste» Einfachheit und von unaussprechlichem Reize.(MötlU 72 in der Epoche seines Enthusiasmus ssir das Morgen-land nennt esdas lieblichste, daS uns episch und idyllischüberliefert morden ist".

Selbst in den neueren Zeiten, in den ersten Denkmalen der Litteratur der Araber, bemerkt man eine»schmachen Abglanz der großartigen Naturanschauung, melchedem semitischen Stamme so früh eigenthümlich mar. Jeberinnere an die malerische Schilderung des beduinisehenWüstenlebenö, die der Grammatiker Asmai an den großenNamen Antars geknüpft und mit anderen vormohammeda-nischen Sagen ritterlicher Thaten zu einem großen Werkeverschmolzen hat. Die Hauptperson dieser romantische»Novelle ist derselbe Autar aus dem Stamme Abö, Sohndeö fürstlichen Häuptlings Scheddad und einer schmarzenSklavinn, dessen Verse unter den in der Kaaba auf ge-st an(jenen Preiögedichten fmoallakAt) bewahrt merdeu. Dergelehrte englische Uebersetzer Terrick Hamilton hat selbst schonauf die biblischen Anklänge des Styls im Anlar aufmerksamgemacht. 7 ' Den Sohn der Wüste läßt Asmai nach Eon-stantinopel reisen, modurch ein malerischer Gegensatz von grie-chischer Eultur und nomadischer Roheit herbeigeführt mird.Daß in der früheste» arabischen Dichtung die Naturschil-derung deS Bodens nur einen sebr geringen Raum ein-

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A. v Hum beldt. KesmeS II