zur Einsicht eines Naturganzen geführt hat, ist eben sowenig die ganze Culturgeschichte der Menschheit alssie, wie wir eben erinnert haben, eine Geschichte derNaturwissenschaften genannt werden kann. Allerdingsist die Einsicht in den Zusammenhang der lebendigen KräftedeS Weltalls als die edelste Frucht der menschlichen Cultur,als das Streben nach dem höchsten Gipfel, welchen dieVervollkommnung und Ausbildung der Intelligenz erreichenkann, zu betrachten; aber das, wovon wir hier Andeu-tungen geben, ist nur ein Theil der Culturgeschichte selbst.Diese umfaßt gleichzeitig, waö den Fortschritt der einzelnenVölker nach allen Richtungen erhöhter Geistesbildung undSittlichkeit bezeichnet. Wir gewinnen nach einem ein-geschränkteren physikalischen Gesichtspunkte der Geschichte desmenschlichen Wissens nur eine Seite ab; wir heften vor-zugsweise den Blick auf das Verhältniß des allmälig Er-gründeten zum Naturganzen; wir beharren minder bei derErweiterung der einzelnen Diseiplinen als bei Resultaten,welche einer Verallgemeinerung fähig sind oder kräftige ma-terielle Hülfsmittel zu genauerer Beobachtung der Naturin verschiedenen Zeitaltern geliefert haben.
Vor allem müssen sorgfältig ein frühes Ahnden undein wirkliches Wissen scharf von einander getrennt werden.Mit der zunehmenden Cultur des Menschengeschlechts gehtvon dem ersten vieles in das zweite über und ein solcherUebergang verdunkelt die Geschichte der Erfindungen. Einesinnige, ideelle Verknüpfung des früher Ergründeten leitet oftfast unbewußt das AhndungSvermögcn und erhöht dasselbe U'j/ edurch eine begcistigende Kraft. Wie manches ist bei Indernund Griechen, wie manches im Mittelalter über den