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Völkerstämmen; sie wirken, mit einander verglichen, durchdie erlangte Einsicht in ihren inneren Organismus undihre Verwandtschaftsgrade, auf das tiefere Studium derGeschichte der Menschheit. Die griechische Sprache und diemit derselben so innigst verknüpfte Nationalität der Griechen(das Griechenleben) haben eine zauberische Gewalt geübtüber alle fremde von ihnen berührte Völker. ' l Die griechischeSprache erscheint in Inner-Asien durch den Einfluß desbactrischen Reiches als eine Trägerinn des Wissens, dasein volles Jahrtausend später, mit indischem Wissen ge-mischt, durch die Araber in den äußersten Westen vonEuropa zurückgebracht wird. Die altindische und malayischeSprache haben in der Inselwelt des südöstlichen Asiens wiean der Ostküste von Afrika und auf Madagascar den Handelund den Völkcrverkehr befördert, ja wahrscheinlich, durchdie Nachrichten von den indischen Handelsstationen der Ba-nianen, das kühne Unternehmen von Vaöco de Gama ver-anlaßt. Herrschend gewordene Sprachen, die leider denverdrängten Idiomen einen frühen Untergang bereiten, habenwie das Christenthum und wie der Buddhismus wohlthätigzur Einigung der Menschheit beigetragen.
Verglichen unter einander und als Objecte der Natur-kunde des Geistes betrachtet, nach der Analogie ihresinneren Baues in Familien gesondert, sind die Sprachen(und dieses ist eines der glänzendsten Ergebniffe der Stu-dien neuerer Zeit, der letztverflossenen sechzig bis siebzigJahre) eine reiche Quelle des historischen Wissens geworden.Eben weil sie das Product der geistigen Kraft des Men-schen sind, führen sie uns mittelst der Grundzüge ihres Or-ganismus in eine dunkle Ferne, in eine solche, zu welcher