in der formlosen Nebelwelt scandinavischer Mythen undsinnbildlicher Eosmogonien geworden. Nur das Naturwissengewann keine Erweiterung. Reisende Isländer besuchtenallerdings die Lehranstalten Deutschlands und Italiens ;aber die Entdeckungen der Grönländer im Süden, der ge-ringe Verkehr mit Winland, dessen Vegetation keinen merk-würdig eigenthümlichen physiognomischen Charakter darbot,zogen Ansiedler und Seefahrer so wenig von ihrem ganzeuropäischen Interesse ab, daß sich unter den Cnlturvölkerndes südlichen Europa's keine Nachricht von jenen neuange-siedelten Ländern verbreitete. Ja in Island selbst scheinteine solche Nachricht nicht einmal zu den Ohren des großengenuesischen Seesahrerö gelangt zu sein. Island undGrönland waren nämlich damals schon über zwei Jahr-hunderte von einander getrennt, da Grönland 1261 seinerepublicanische Verfassung verloren hatte und ihm, alsKrongut Norwegens , aller Verkehr mit Fremden und auchmit Island förmlich untersagt wurde. Christoph Co-lumbus erzählt in seiner so selten gewordenen Schrift „überdie fünf bewohnbaren Erdzonen", daß er im MonatFebruar 1477 Island besuchte, „wo damals das Meer nichtmit Eis bedeckt war 34 und das von vielen Kaufleuten vonBristol besucht wurde". Hätte er dort von der alten Co-lonisation eines gegenüberliegenden ausgedehnten zusammen-hangenden Landstriches, von Helluland it mikla, Marklandund dem „guten Winland" reden hören, hätte er dieseKenntniß eines nahen Continents mit den Projekten inVerbindung gesetzt, welche ihn schon seit 1470 und 1473beschäftigten; so würde in dem berühmten erst 1517 been-digten Processe über das Verdienst der ersten Entdeckung
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