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Zweiter Band.
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Die Empfänglichkeit für eine freiere Ausbildung des Geisteswar vorhanden, als, durch viele zufällig scheinende Ver-hältnisse begünstigt, die griechische Litteratur, in ihren altenWohnsitzen bedrängt, eine sichere Stelle in den Abendlän-dern gewann. Die classischen Studien der Araber warenallem fremd geblieben, was der begeisterten Sprache ange-hört. Sie waren aus eine sehr geringe Anzahl von Schrift-stellern des Alterthums beschränkt: nach der entschiedenenVorliebe des Volkes für das Naturstudium vorzugsweise aufdie physischen Bücher des Aristoteles, auf das Almagest deSPtolcmäus, die Botanik und Eheniie des Dioscorides, diecosmologischen Phantasien des Plato . Die aristotelischeDialcctik wurde bei den Arabern mit der Physik, wie inden srüheren Zeiten des christlichen Mittelalters mit derTheologie verschwistert. Man entlehnte den Alten, wasman zu speciellen Anwendungen benutzen konnte; aber manwar weit entfernt den Geist des Griechenthums im ganzenzu ersassen, in den organischen Bau der Sprache einzu-dringen, sich der dichterischen Schöpfungen zu erfreuen, denwundervollen Reichthum in dem Gebiet der Redekunst undder Geschichtsschreibung zu ergründen.

Fast zwei Jahrhunderte vor Petrarca und Boccacciohatten allerdings schon Johann von Salisbury und derplatonisirende Abälard wohlthätig auf die Bekanntschaft miteinigen Werken des classischen Alterthums gewirkt. Beidebatten Sinn für die Anmuth von Schriften, in denenFreiheit und Maaß, Natur und Geist sich stets mit einan-der verschwistert finden; aber der Einfluß des in ihnenangeregten ästhetischen Gefühls schwand spurlos dahin. Dereigentliche Ruhm den geflüchteten griechischen Muten in