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des Auges und die Theorie des Sehens 1604 in den Pa-raIipomenen zum Vitellion, die Dioptrik^^ selbstschon 1011. So verbreitete sich das Wissen über die wich-tigsten Gegenstände der Erscheinungswelt in den himm-lischen Räumen wie über die Art, durch Erfindung neuerOrgane, diese Gegenstände zu erfassen, in dem kurzen Zeit-raume der ersten 10 bis 12 Jahre eines mir Galilei undKepler anbrechenden, mit Newton und Lcibnitz endendenJahrhunderts.
Die zufällige Erfindung der raumdurchdringenden Kraftder Fernrohre wurde zuerst in Holland , wahrscheinlichschon in den letzten Monaten des Jahres 1008, bekannt.Nach den neuesten archivarischen Untersuchungen 42 könnenAnsprüche auf diese große Erfindung machen: Hans Lip-pershep, gebürtig aus Wesel , Brillenmacher zu Middelbnrg;Jacob Adriaanöz mit dem Beinamen Met ins, der auchBrennspiegel von Eis verfertigt haben soll; und Zacha-rias Jausen. Der erste wird in dem wichtigen Briefedes holländischen Gesandten Boreel an den Arzt Borelli,Verfasser der Abhandlung äs voro telescopii iuven-tore (1655), immer Laprey genannt. Wenn man die Prio-rität nach den Zeitepochen bestimmen will, in denen denGeneralstaaten Anträge gemacht wurden, so gehört demHans Lippershey der Vorrang. Er bietet der Regierungdrei Instrumente an, „mit denen man in die Ferne sieht",am 2 Octobcr 1608. DeS Metiuö Anerbieten ist erst vom17 Octobcr desselben Jahres, aber er sagt ausdrücklich inder Bittschrift: „daß er durch Fleiß und Nachdenken schonseit zwei Jahren solche Instrumente construirt habe". Zacha-rias Jausen (wie Lippershey Brillenmacher zn Middelbnrg)