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Zweiter Band.
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der neuen, »ach allen Richtungen mehr ausgebildeten Geognosienicht verwerflich scheinen werden. Dabin gehören die Bewegungder Wärme im Inneren dcS Erdkörpers und die Abkühlung mit-telst der Ausstrahlung durch die Oberfläche ; die Eristenz einerDamps-Atmosphärc; der Druck, welchen diese Dämpfe währendder Eonsolidirung der Schichten auf letztere ausüben, der dop-pelte Ursprung der Massen, alö geschmolzen und erstarrt oderaus den Gewässern niedergeschlagen. Von dem tvpischen Cha-rakter und dem mineralogischen Unterschiede der Gcbirgsar-ten, d. h. der in den entferntesten Gegenden wiederkehrendenAssociationen gewisser, meist krystallisirtcr Substanzen, ist in derlrotogaea so wenig die Rede wie in Hooke's gcognostischenAnsichten. Auch bei diesem haben die physischen Spcculationenüber die Wirkung unterirdischer Kräfte im Erdbeben, in derplötzlichen H c b n n g des M e e r e s b o d e n s u n d d e r K ü st c n-länder, in der Entstehung von Inseln und Bergen die Ober-hand. Die Natur der organischen Ueberreste der Vorwclt leiteteihn sogar auf die Vermuthung, daß die gemäßigte Zone früherdie Wärme keS l ropi sch en K l ima's müsse genossen haben.

ES bleibt noch übrig, der größten aller geognvstischenErscheinungen zu gedenken, der mathematischen Gestaltder Erde, in welcher die Zustände der Urzeit sich erkennbarabspiegeln, die Flüssigkeit der rotircnden Masse und ibreErbär-lung alS Erdsphäroid. In seinen Hauptzügen, freilich nicht ge-nau in den numerischen Angaben des Verhältnisses zwischender Polar- und Aequatorial-Are, wurde daS Bild derErdgestaltung am Ende deS 17tcn Jahrhunderts entworfen.Picard's Gradmcssung, mit von ihm selbst vervollkomm-neten Meßinstrumenten (1670) ausgeführt, ist um so wich-tiger gewesen, als sie zuerst Newton veranlaßte seine schon