Band 
Dritter Band.
Seite
395
JPEG-Download
 

395

oder ein leuchtendes geschmolzenes, stießendeö Metall inStrahlen, die in perpendicularer Richtung ausströmen, bloßnatürliches Licht geben: während die Lichtstrahlen, welche untersehr kleinen Winkeln von den Rändern zu unserem Auge ge-langen, polarisirt sind. Wurde nun dasselbe optische Werkzeug,durch welches man beide Lichtartcn scharf von einander unter-scheidet, das Polariscop, auf Gasflammen angewendet; sowar keine Polarisation zu entdecken, sollten auch die Licht-strahlen unter noch so kleinen Winkeln emaniren. Wenngleich selbst in den gasförmigen Körpern das Licht im Innerenerzeugt wird, so scheint doch bei der so geringen Dichtigkeitder Gas-Schichten weder der längere Weg die sehr obliquenLichtstrahlen an Zahl und Stärke zu schwächen, noch derAustritt an der Oberstäche, der Ucbcrgang in ein anderesMedium, Polarisation durch Resractivn zu erzeugen. Danun die Sonne ebenfalls keine Spur von Polarisation zeigt,wenn man das Licht, welches in sehr obliquer Richtung unterbedeutend kleinen Winkeln von den Rändern ausströmt, intPolariscop untersucht; so folgt auS dieser wichtigen Bergleichung,daß das, was in der Sonne leuchtet, nicht aus dem festenSonnenkörper, nicht aus etwas tropfbar-flüssigem, sondern auseiner gasförmigen selbstlcuchtenden Umhüllung kommt. Wirhaben hier eine materielle physische Analyse der Photosphäre.

Dasselbe Instrument hat aber auch zu dem Schlüsse ge-führt, daß die Intensität des Lichtes in dem Centrum derSonnenscheibe nicht größer als die der Ränder ist. Wenn diezwei complementaren Farbenbilder der Sonne, das rothe undblaue, so über einander geschoben werden, daß der Rand deseinen Bildes aus das Centrum dcö anderen fällt, so entstehtein vollkommenes Weiß. Wäre die Intensität deö Lickts in