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Christoph Entzels Tractat,
Das xxxiv. Capittel.
Von röpffcmen Scherben.
Oju und wie gut Testa: fornaceas,oder die Scherben von gebrandlenPöthen oder Töpffenin der Artzneyseyen / belehret am obangeführten-Orte Diofcorides , und zwar/ daß fit offeneSchädm zuheilen/das Aüffbrechen undZip,perlein verhindern / und die Kröpffevertreiben.Gleiche Eigcnfchafften eräugen sich auch imaebrandten Ofenleimen / fürncmlich auß demBackofen / welcher wo er recht gebrandt/rechtdunckelroth aussehen muß.
Das XXXV. Capittel.
Von der LNclifchen Erde.
T Erra Melia , die Melssche Erde/ wurdeweiland auß der Jnsul Melos gebracht/und gleicht an Farbe der Aschgrauen Ehre-thrischen/ doch »st sie etwas spröde / und hartanzugmffen/ und wann man was abschabenwill/rauschet sie / wie Bimsstein: wie Dio-scondes am angezogenen Ort schreibet/ hatsie die Eigcnschafft des Alauns. Und weilsieheutigs Tags von Tripoli, einer Stadt/im Africanischen Libyen gelegen / verspülMwird / heist sie nun Lapis Tripolis, Trippel.Und ist dieses der bekante Stein/ da die Bar.bierer ihre Becken mit saubern. Grau undgelb ist er sonst aber beydes sehr bleich Manpoliert auch die Spiegel damit / und wassonst dergleichen Reinigung vonnöthen hat.In Sachsenland wird hin und wieder / undzumal um Hildesheim herum ein Stein ge-funden / der seiner Tugend / Farben/ und an,derer Eigenschafften halber / denr Trippel undMelischen Erde allerdingsgantz gleich kommt.Er rauschet/ wann man ihn anrühret. Undbat man in Außlesung nicht allein der Mcli-schen/ sondern auch aller übrigen Erdarten da-hin zusehen/ daß sie frisch/ gründ / ohne Stein/wol zu zerreiben und zu zertreiben seyn. Danndiese ist die beste.
Das xxxvi Cap.
V0N der Terra ampcliride.
Erra ampelitidis, Weinstocks Salbe/(sozusagen) oder Pharmacia, ttu'rD in Sy-rien umSeleucien gegraben / die schwärtzere/so wie Erdhartz außsiehet/kleinstollige/ undüberall durchaußwie Kohlen schimmernde/istdie beste- Last sich mit Oel leicht zertreiben.Ihrer Tugend nach betrachtet / zertheilet undkühlet sie / wie Diokordesobigm Orts/ undPlinius im Zs. Buch/Cap. 16. bezeugen. Auffdie Weisse und Aschgraue hingegen/ und diesich nicht gern verdünnen und zerweichen last/wird wenig gehalten- Was sie über diß zumHautzwesen nutze / ist klar auß obig - angezo-genem Ort. Zu Zwickau findet rnan Ampc-litin untern Stein-Kohlen/ auch in Nieder-Teutschland/ die Menge an den jenigen Orten/wo es viel Erdhartzes hat; und wirdzu Teutsch schwache Kreidegenannt.
Das xxxvii Capittel.
V 0 N der Fuligine Pictoria , Ampler-Gchwärye.
Ch muß auch diese Materie mit demvioscoriäe und anderen zu berüh-ren nicht vergessen. Den zenigenKohl-Staub / den die Mahler brau-chen/ nennen die Teutsche Schmitz/ Rhmn/Schwärtze. Wird nunmehro auff mancher-ley Weise / und auß mancherley Zeug ge-macht. Hier zu Lande bereitet man es außKiefern Holtz/ undnennetsKottelrohm/ oderKottolfrohm / oder Kicnrauch. Diofcoridcshält viel von dem Ruß / so in den Glaß-hütten zusammen grkehret wird zur Artzneygenommen/ es hält an und etzet weg. MehrNachricht hievon wird Plinius ertheilen imBuch/Cap. i6.
Das xxxviii. Capittel
Von der DlNte / oder Black.
As Schusierschwärtze vor alters ge-heißen/ und was es nunmehro vor einDing seye/ist oben schon angezeigt. Istnoch übrig / daß wir zu folge der Ordnung / soDiosccrides hält / auch von der zur Schreibe-rey nöthigen Dinte oder Black/wie es dieSachsen nennen/ nur etwas weniges hieher-sctzen. Die mancherley Welse nun / Dintenzu machen / wie sie Diosc. angibt / sind unsererZeiten in Abgang kommen. Dann wir stellenjetzo die Dinte viel anders an / nemlich außVitriol Galläpffeln/ Gummi/ oder auff an,dere Arten/ wie die Schreiber wol wissen; daßalso so wol die Manier und Weise / als auchder Zeug selbst nicht immer einerley ist. Eskan aber einer nach belieben in der Dinte etwafolgenden Unterscheid machen.
Dinte oder Black,ist zweyerley / natürliche /so zusagen / und gemachte. Die so genanntenatürliche ist ein der gemachten Dinte ähnli-cher Safft/ und zwar (i) iinBlackfisch/ wovonDiofcoridcs im r-B. ingleichem PJin. Nican-der, und andere/ benachrichtiget/ ich auch zuseiner Zeit mit mehrerm thun werde, (z) IneinerArtweisserFeldkäfer/ oder Raupen/ dar-an die Schweine so sie ungfehr dieselbe mit ein-ftessen/ unfehlbar sterben. Wovon aber imz. B. Diosc. weitläufftiger handeln will.
Gemachte Dinte wird nachAnleitungDiosc.bereitet (i) von Kienruß. (z) Von Hartzrauch/oder Mahler - Schwärtze/ die sehrdurchbeissek.Heutigs Tags bereitet man sie (i) auß einemschwachen Gesteine/PniAms genank/so bereitsoben bemercket. (z) Auß verbrantem Papier. (?)auß Saamen von denEllern. (4) Auß Milch/und dem Wetzstein. (?) ■ Auß allerhand Ruß.(6) Auß Vitriol/Galläpffeln/und Gummi-Noch hat THn- imB-Cap.6 . etliche an-dere Arten Dinten anzustellen verzeichnet/ ojeehe dessen in Übung gewesen / nemlich vonschwefelfarbem Erdreich/ auß der in Gräbernerlegenen unö hiezu tüchtig gemachten Kohlen/auß dem Ruß. Aber gnug hievon r ich ge-he weiter fort.