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Corpus iuris & systema rerum metallicarum oder neu-verfasstes Berg-Buch, bestehend aus allerhand so alten als neuern collectaneis von Bergwercks-Sachen ... / [Johannes Deucer, Christoph Entzel]
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Christoph Entzelö Tractat,

Die andere Garrung dieses Agtsieins (F!e-ctri) ist weiß / nicht eben durchsichtig / fastwie ein Bein und sehr köstlich / die Einwoh-ner der-Orten nennen sie Basthard. Es gibtaber an denselben Ufern in Preussen und derangrentzenden Landschafften keine Pappelnoder. Erlen-Bäume / wol aber eine grosseMenge hartziger Tannen und Fichten / davondieses Gestein herkommen kan. Daß aberauß den Hartzen genanter Baume Agtsieinwerde / zeiget auch der fichtenhaffte Geruchan / so wol wann er gerieben als auch ange-brennet wird. Hiervon besiehe Minium amangezogenen Orte / und Solinum cap, 13.Also wird nicht bloß auß Erlen oder PappelnAgtsiein bey dem Fluß Eridano, zumal da l.u-cianus in Eridano saget/ der Agtsiein wachseyicht daselbst/ sondemwerde von andern Or-ten dahin gebracht. Daß oahero gantz falsch/was die Poecen richten. Besiehe hiervon bei-des iremd Unterricht von Teutschland / alsauch Tacitum. Endlich daß derAgtsteineinHartz der Baume oder außthranendes Hartzsey/ sonderlich der Kieffer Tannen und Fich-ten/ zeiget nicht nus der Geruch/ Farbe unddie Matcria selbst an/ wann sie gerieben undangezündet wird ; sondern es dienet auch zumehrcrm Bewciß / daß Agtsiein anfangs einflüssiges von solcherlei) Bäumen abgctröpffcl«teü Hartz müsse gewesen seyn / weil man ja«ritten in demselben.Fliegen / Spinnen/Staub/Ameisen/und andere dergleichknThier-lein oder MückemGeschmeiß durchschimmernstehet/ welche von ungefehr an das Hartz an-geflogen und bekleben blieben/als es entwederschon würcklich im Fallenwar / oder gleichwolnoch am Baum hing / aber indem Abtropftenwolte/ da haben sie sich drauff gssetzt / undsich mit eingepacket/ wie Tacims und nimm;angewiesenen Orts m gleichen müthmassen-

-Einige / weiß nicht durch was Gründe be-wogen/ wollen / es sey ein Saame von einemWalfisch/darauß'Junge würden/so hart alsein Erdscholle im Meer gefunden M»de/ undnachgehends oben schwimme und an die Ufertreibe. Etliche geben vor/ es werde solcher außdem Easpi sehen Meer hergebracht. Benedi-ctus Veronensis im 26. <£ desi;. Buchs vonKranckheiten / beschreibet den Agtsiein auch/daß er von Farbe weiß sey mit schwach ver-mischt/ leicht/ von Geruch anfänglich unan-genehm. Diese Art ist mirunbekank / es seybann daß er eine Gattung von dem unreinenBasthard meyne. Mit einem Wort/ es istunter den Gelehrten zeithero ein grosser Streitgewesen / und ist noch nicht außgemacht /was der Agtsiein sey. Ich halte es vor einHartz der Bäume/ absonderlich der Kiffernund Fichten.

Plinius erzehlet noch anVereGattungen vom

Agtsiein / über den weissen / welcher unserBasthard ist / von .vortrefflichem Geruch:hemachmals den duyckelrothen/welcher derist/sü^man sonst Glessum nennet: dasjenigeaber so etwas gläntzet und durchsichtig ist/nennet er Falernum / weil es eine Farbe hatwie der Wem so auff dem Berge Falerno ge-wachsen : letzlich so hat er eine Art so glätt-lich und schlecht wie Honig-Alle diese Gattungen werden auch unterunserm Agtstcine/ wann jemand genaue dar-auffAchtung giebt/gefunden. Waseraberauch vom Agtsiein schreibet/so in Liguriengegraben werden soll/ dasselbe halte ich schlech-ter Dings vor den Gagatstein/ so da entstehetvon dem Erdhartz (bicuminecerrL)UNd nichtvor Agetstein: Oder es ist gar ein anderes Ge-stein/ wie dann dergleichen Steine von Far-be viel sinb/als da ist der Topas und Luchsstein.Bor dessen trügenden Aglstein und Gagat-stein das FrauenZimrner / sich beliebt undschön darmit zu machen / itzo Hänger manihm eben mit dem Absehen auch den kleinenKindern an. Dergleichen ist dieser Stein gutwider das Speicheln / Geifern / Tollen oderRasen/ angehencket dienet wider' allerleyGisst/ nach Minii Zcugnüß. Esistauchkeinschleuniger Hülffs-Mittel in den auffsteigen«den Mutter-Beschwerungen / als wann derangezündete Agtsiein vor die Nasen gehaltenwird. Weiter ist er gut wieder die Magen-Kranckheiten/ schärftet die Sinne/ ist sonder-lich nützlich denen somit der fallenden Suchebeladen sind. Es ist eine bewährte Folge»Alle wolriechende Dinge erquicken und er-muntern die Lebens-Geister - Der Agtsiein istein wolriechendes Ding / (dann er reucht lieb-lich und sehr wol) derowegen erquicket under-mundert er die Lebens-Geister/ und deine zufolge muß er auch denen nutzen so die fallendeSucht haben. Im übrigen besehe man hier

ÜÖ.tt.Avicennam, Serapionem , Paulum, Gale-num unD andere/ vom Karabe, das ist/ Agt-

stein. Weiters wann der Agtsiein durchreiben erhitzet wird / ziehet er in Krafft solcherWärme allerhand Gefasel/Spreu/ und dürreBlätter gleich dem Galgatstein/ an sich/ wirder Magnet das Eisen oder derEdelstcm Sagdadas Holtz. Vom Agtsiein bestehe auch He-iiodum und Euripidem. Apollonius im4>B.von der Schiftarth (argonamioo) saget/dieserSafftssey nicht von der »eliadum, sonderndes Apollinis Thränen entstanden / als er sichbetrübet über den Todt des j£fculapii, oderals er des Königes Admeti Viehe gehütet.Man schlage auch §olinum und 8lrabonenrvom Agtstem nach/und sonst unterschiedlicheiMeynungen derer / so davon gefchrieden / beym kllmo imBuch/Ä.»-«ndr.