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Corpus iuris & systema rerum metallicarum oder neu-verfasstes Berg-Buch, bestehend aus allerhand so alten als neuern collectaneis von Bergwercks-Sachen ... / [Johannes Deucer, Christoph Entzel]
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Ehklstoph Entzels Tractat,

Das XVII. Capittel.V-mSper-Glass/ unser Frauen E^ss.

Lapite Arabico.

L Apis Arabicas ist gleich einem Helffenbkine/als Dioscorides am angezogenen Orte/und Plinius im rr/Cap. des ;6. Buchs/ beleh-ren so gebraucht wird zum Zahnpulvern unddie güldene Ader oder Blutflüsse damit auß-zutrocknen. Allein was das eigentlich vor einStein sey/darüber haben viel Gelehrte sich ge-zancket/ undsind dessennochmchteins. Soman aber genau die Sache betrachtet/ so istder Lapis Arabicas fau anderer als der La-pis Specularis , oder Mond-Stein so dieTeutschen Sperglaß / Marien - E<ß / un-ser lieben Frauen»Eiß nennen / woraußman vor Zeiten die Fenster gemacht / dar-zu glatte Stablein an statt des Bleyesgebraucht wurden. Es wird auch hiervonein herrlicher Gips bereitet / als Plinius mel-det / und ich auch bereits im Capittel vomGipse angemerket.

Es ist gleichsam des Gipses euserstesTheil wie Albertus will / der auch diesesFrauen - Eiß Aphroseiinum nennet / weilsbey Nacht die Gestalt der Monden dar-stellet / oder gleich als ein Schaum desMonden auß dem Thau gemacht. Eini-ge streite« noch darum / es sey auch Seie-ndes eine Art vom Frauen-E'ß / welche«

Dioscorides angleichen Alphro felinum nen-net. -Hieryon jedoch soll bald hernach mehrgeredet werden. Diese Art Frauen-Eißoder Sperglaß wird der Arabische Steingenennet / weil es zuerst in 2#rabta gefun->den worden ob gleich Albertus diesen inSpanien in der Stadt Segundia zu erst undin Menge / nachmals aber in. vielen OrtenTeutschlandes gefunden zu seyn behaupte«will. So man die Sach genau, einstehet /gibts vielerley Gattungen dieses Steins-Erstlich eine so kurtz und fleckige ist/ wirdin Italien auff den Bononiensischen Feldernfunden als Pimius dißfalls bezeuget; etwaeinem fleckigtem Helffenbein nicht ungleich;wie Dioscorides darvor halt / soll es dieserArabische Stein seyn.

Vors ander wird bey uns gefunden einschwächlicher / der nicht gar durchsichtig ist.

Dritttens wird bey uns auch der aller-weissesie angetroffen / so schön durchsichtig/davon vor Zeiten die Fenster gemacht wur-den: und dlß ist der Seleniis , davon besserunten soll gesagt werden.

Vierdtens wird in Sachsen eine Art demHelffenbein gleich gewonnen / so des PliniiArabischer Stein ist.

Fünfftens wird er schwach und rothfle-ckigt angetroffen / welches ingleichen desDiofcoridis Arabischer Stein seyn könte.Albertus machet nur drey Gattungen desFrauen-Eises / die eine / so durchsichtig alsGlaß / davon die Fenster gemacht werden;

die andere schwach / als Schwitze. Die

dritte gelbe / so Operment (auripigmentum)

oder Arsenic genant wird. Es ist allerdingszwar wahr/daß wie die Araber gesagt/ undich im andern Buche angeführet/ der Arsenicoder Operment, wie er auß den Bergen kom-met / eine Gleichheit mit dem Frauen-Eiß habe/ worin sie auff die Schuppen so erhar / gesehen. Ob nun aber gleich gelbesFrauen-Eiß gefunden würde / ist es darumnicht schlechter Dinges Operarent, alsallhierAlbertus auß irriger Meynung behauptenwill. Das Frauen - Eiß hat nicht die Fet-tigkeit des Aurlpigments. Und was ist dochwol dlbever als das Operment vor Frauen-Eiß halten/ da doch zwischen beyden schlechteGleichheit ist/ ausser in den Schuppen? Esist aber dieses Frauen-Eiß ein herrlicherStein / und gleichsam eine zusammen ge-wachsene Feuchtigkeit der Erden / die nichtwieder auffgclöftt wird; und weil es eineFeuchtigkeit der Erden ist / so als ein Chr»)-stal zusammen gesrohrenund zu Stein erhär-tet ist / als nennen die Unsiigen sothanenStein Marien-Glaß oder liebe Fraum-Eiß.Etliche sagen daß es ein himmlischer Thauscy/ so bey hellen Mondschein gefallen / dannin Gestalt eines Steins zusammen gerunmn/absonderlich dasjenige / so am weiffesten ist/und Aphrofclinum- geheissen wird. DiesesFrauen E>ß wird bey uns und an vielen an-dern Orten in den Gruben angetroffen. DieElbe führet auch diesen Stein zuweilen mitsich unter dem Gips.

Wer Wetters was außführliches von die-sem Steine wissen will / der schlage beydem Plirno auff das;6>B. und Lr Cap. wel-chen Ort um beliebter 'Kürtze willen aussen.lasse? schlichen ist auch diß zu mercken. Obgleich das Frauen- mir dem Gips eineVerwandschafftbat/ dergestalt daß derGipsdaß iHauptwerck ist dannoch ist dessen Ge-brauch herrlich und gut in den Arßneven /da hingegen des Gipses Gebrauch ungewißund gifftig ist / als der da ersticken macht.Unsers Marien oder lieben Frauen - Eisesnimmt man einer Haselnuß groß in derRothen-Ruhr als ein bewehrtes Mittel.Man bedienet sich auch dessen zum Auß«trocknen der güldenen Ader / zu Zahnpul-vern oder der Blutflüsse / ingleichen alsDioscorides vom Arabischen Stein undPlinius im 6. Cap. des ;6. Buchs schreibet.Vom Arabischen Stein / welchen wirFrauen-Eiß ( lapidem specularem) benam-sen / giebt Avicenna vom Monden-Steinmehrern Bescheid.

Das xviii. Capittel

V-M Lrystall/ Crystallo,

Rysiall ist ein Stein / zusammen ge-wachsen von hefftiger Kälte / auß- Schnee und E'ß / wird auch nirgendgefunden / als wo die winlerischen Schnee