Vütt Metallischen Dingen. tf
vor nicht streite / ÄS der niemalen darbeygewesen. Dann die Raben paaren sich imFrühling / wann Tag und Nacht nun ein-ander gleich sind/ (ich rede allhie von denrechten grossen Raben / welche man Colck-Raben heisset / vom Laut ihres Geschreyes)und die Fasten durch sitzen sie über den Ey-ern und brüten die Jungen auß / wie ich dannselbst etlich mal dergleichen Junge in Sach-sen um Ostern gesehen und gehabt. Dieandere Raben-Artso die Sachsen Corrackennennen/ hecket im Sommer / wann die Ta-ge beginnen am längsten zu seyn / davon derVers lautet:
Corvus maturis frugibus ova refert:
Wann die Erndke vor der Thür /
Bringt: der Rab die Jungen für.
Nun mags wol seyn / daß GOtt auch in die-sem Stück für die Raben gesorget/ und umder Kalte willen es weißlich geordnet / daßdie grosse Colck- Raben einander durch denSchnabel besamen. Massen wann sie wieandere Vögel sich gatteten / so würde dieKalte mit dem Saamen zugleich in die eröff-uete Mutter dringen/ und denselben entkräff-tm.
Gewiß ists/ daß das jcnige Raben- Ge-schlecht / so sich auff Kirchen und Thürnenenthält / uttd die Teutsche vom Geschrey/ sosie führen eine Dole oder Gacke nennen/ reckteinander die Schnäbel hin / und hauset sobeysammen im Frühling. Aber hievon zur an-dern Zeit. Wunder jedoch / daß Arten voneinerley Geschlecht/ nicht auch zu zweyerleyZeit legen und brüten.
Aber ich wil mich beyden schwachenRabenNicht lang auffhalten / sonver schreite zurSache selbst. Diesem nach lafien und em-pfangen alle wilde Hüner den Saamen mirdem Schnabel / wiewol nicht alle auff glei-che Manier / wie ich bald zeigen wil.
Die jcnige wilde Hüner- Art / so vonHaseln-Stauden und Reben den Namentragt / daß man sie Haselhüner / Rebhünernennt: ingleichem die von Brachfeldern jn derMarck Brachhüner / Brachvögel benamsetwerden / und sonst dichtblau / gutes Ge-schmacks und wohlnehrend sind / schnäbeltnnd gattet sich also / wann Tag und Nachtim Frühling einander gleich / nicht anders alsdie Tauben. Da der Hahn oder das Man-lein von dieser Art seinen Schnabel in desWeibleins Schnabel stecket / und ihm soden Saamen beybringet / wie die Vipern(Nattern) pflegen. Und läst sich diesen nachallerdings wol hören / wann die Vogler undJäger vorgeben / daß von den Haselhünern(die man sonst auchbonofas nennt/weiß nichtauß was vor Grund) das Manlein/wannsunvermögend und alt ist / Ever lege wie dasWeiblein / welche nachgehends die Krötenvollends außbrütcten / darauß dann die wil-Sm Basilisken oder Haselwürme kämm;
gleicher Gestalt wie auch unsere Hauß-Hah.nen Eyer verzettelt / darüber sich dann eineGarten - Kröte setzet / und nach neun Jührettder Hauß- Basilisk hervor kriechet; wie'die Erfahrung bezeuget- Dann dergleichenGeschlänge/ die Haselwürme wölke ich sagen/sind warhafftige wilde Basilisken/ nach Ni-candri Meynung / der sie eigentlich beschrei-bet- .. .
Cs ist aber kein besonderes eigenes Ge-schlecht/ das sich selbst fortpflantzet/ undwird selten gefunden. Jn der Marck habeich einsten im Gebiet des Zinnischen Abts nahebey der Stadt Luckenwatd eine dergleichenSchlange gesehen/ die hak einHirdteersclMgen; und die Warheit zu sagen / es giebt,eben in den Wäldern daherum überauß vielHaselhüner. Diese Schlange hatte einenspitzigen Kopff/ recht gelb und fast wie Säff-ran/war zum wenigsten drey Spannen lang/unglaublich dick/der Schwantz äüffdteSek«te rund spitzig zugekrümmet / am Bauch er-schienen viele weisse Flecklein / der Rückenaber sahe fast blau / wie die Kornblumen oderSaphier / hatte gegen die anderen Glieder zurechnen ein ungeschaffen groß Maul. DerHirk/berste mit einer spitzigen Barten erleget / sagtemir/daß sie Frösche/Schlangen und allerhandkleine Thierlein fresse / die Haselhüner döchmit Frieden lasse / als von denen sie gezeu-get ist / halte sich gern bey Sümpfen undPfützen auff/ zumal wann Haseln Staudendabey; sauffen nichts lieber, als Milch / da-her bringe sie mit ihrem giffkigen Stich 0-der Biß die Kühe um / weswegen denn ihrauch die Vieh-Hirten um sö viel fleissgerauff den Dienst warten / und sie todtschla-gen.
Er berichtete anbey ferner / daß sie Pftiffewie eine Ganß / so vor ihre Junge sich zurGegenwehr stellet. Welchen laut Nycau-der Gygen nennt. Die andere Art derwilden Hühner betreffend / ist ihr Name vonden Bäumen und Oertern / da diese sichmeistens enthalten/ genommen/undheisteinBirckhan / oder Aurhan ; muthmaßlich abaura, von derLufft / die dieses Geflügel anseinem zarten Rumpf gar leicht empfindet / ö-der es ist so viel gesagt als Urhan / weil sichsein Alter hoch erstrecken soll: oder vornSchwantze oder übrigen Leibsgrösse / dar-in er alle aüdere Hüner übertrifft- BeymPfaltzen gebraucht er sich ebenfals des Schna-bels / aber auff eine viel anveke Manier alsdie Haselhüner. Im Frühling mmlicb / zurPfaltz-Zeit / giebt der Hahn durch denSchnabel den Saamen von sich auff die Er-de / und rufft alsdqnn mit hefftigem Geschreydie Hennen herbey / (wie etwa ein zahmerHaußhan unsere Hühner anlocket / wann erirgend wo ein Körnlein gefunden) so balddiese zur Stelle / lesen sie den verschüttetenSaamen mit dem Schnabel von der Erdenwieder auff und verschlucken ihn / und em-pfangen solcher Gestalt. Sobald dieses ge-
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