Buch 
Corpus iuris & systema rerum metallicarum oder neu-verfasstes Berg-Buch, bestehend aus allerhand so alten als neuern collectaneis von Bergwercks-Sachen ... / [Johannes Deucer, Christoph Entzel]
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Von Metallischen Dingen. ps

und des andern Theils hat ; etlicher fi-tzet nicht so ftst und dichte auff einander/und kan man auß den Brüchen die ver,schicdene Abtheilungen gar bald eckn-uen; welches dann der gemeine und ei,gentlieh so genannte Feuer * Stein derTeutschen ist / weil man meistens Feurdamit auffschlagt. Ist in Gruben be-findlich/ ingleichen an denen Flüssen/derElbe / zum Exempel / auff den Aeckcrnim Sachsenlande / und in den Stein-Brüchen-

Es sind aber dessclbigen wiederum ver-schiedene Arten: etlicher nemlich ist weiß/etlicher 0) schwartz / oder (5.) himmel-blau / (4) gelbroth / (5) purpurroth /( 6 ) hornfarbig / (7) stueigelb i ß) ftff-rangelbig / (9) bleyfarbig / (10) vonaussen weiß / aber schwartz inwendig.Auch sind sie der Proportion nach baldlang / bald breit / jetzt groß / jetzt klein/etwa auch zäck- oder ästig wie Corallen.G/an findet auch Hornähnliche. Undhabe ich an der Elbe / oben angewiese-ner Gegend / weyland dergleichen Kieß-ling arigetroffen / raufender Haar wieein Schlangm-Haupt / daran wie ein na,türlich Maul/Zähne / Augen/ und einKrönlein oben drüber zusehen. Ein an-derer siellete ein mit vielen Thürnen um-gebenes Schloß dar / noch ein andererbildete einen gantzen Berg vor. Soist auch dieser-unerhört harte Stein deremsigen Natur gar nicht zuhart allerhandFiguren darein zu trucken. Massen icheben daselbst einen Kießling fand / dar-innen ein Wolffs« oder Löwen, Trappeerschienen / nechst dabey eine halbe Roserecht auff des Steins Fleche so artig er-höhet / als wans der stnnreicheste Künst-ler mit Fleiß also gefärtiget. Bißwei-len hats allerhand Gesichter und andereNachbildungen mancherley Glieder unddergleichen darin«; oder es ist mit Ster-nen und Buchstaben besetzt; so gar nim,mer muffig kan die Natur seyn. Voneinem Adlerstcin den ich inwendig miteinem Kießling gleichsam schwanger zuseyn befunden / habe schon oben Erwehrnung gethan.

Das l.XXVin. Capittel.

Vom Wetz, öder GchlerMeüi.

A Ko'm.Cos, (bstÜOtt das Wort aco-nitum herstammet / so das Kraut/Wolffs-Wurtz/oder Eiftn-Hütgen ge-nant/bedeutet / und auff hohen Felsenwächst) ist derjenige Stein / darauff maudie Messer und ander schneidende Werck-zeug scharff zu machen pfleget. . Wetz,oder-Schleiffstein zu Teutsch. Derenes bey uns viellerley Gattungen hat:schwächliche / weisst / gelblichte - kohl-

schwartze. viofcorides im ytenBuch/Cap.?> macht viel Wunders vom Cy-prischen Wetzstein (cote Uaxia)Md er,zehlet wie die Schleiff davon abgehendeMaterie / oder Schleiff / zu gär vielDingen absonderlich gut sey. Unterdiese Classe gehöret auch der sonst ge-nandte Lapis Heraclius und Lydias*Probier - Stein / den die Goldschmiedewol kennen / Coticula geheißen; davonPünius im?;tcn Buch / Cap. 8. handelt»Noch eine andere Art wird im Meiß-ner-Land gegraben / deren sich jetziger Zeitdie Buchbinder bedienen. Wiederumhats eine Gattung grüner Steine / cosocularis benamset/ weil die Kiffoder Pu-len zu. den Augen dgrauff abgerieben wer-den/ oder COS olearia", oder ©learoJa*

weil man sie mit -Oele anlprmgtt / undso das stumpffe Eisen-Werck darauffabzeucht. Auch sind über diß noch an-dere Gattungen mehr / welche hierun-ter zu verzeichnen niemand schwer fal-len wird.

Das LXXix. Capittel.

VöM Smergel.

S Mytis , ein über die Maß hark-und rauher Stein- Schmergel auffTeutsch. Pitschier»Sttchcr und ih-nen verwandte Künstler brauchen dessen/die Steine zu saubern / ja man hatjetzt eine Manier ersonnen andere Stei-ne damit zu schneiden. Dioscoi-idessagt er sey gut zum Außetzen und Bren-nen / auch ein dienlich Mittel wider dieGeschwulst des Zahn-Fleisches / undzum Zahn-Pulver nicht uneben.

Das TXXX. Capittel.

VöM Umbilico Veneris HhOMeer,Bohne.

U Mbilieüs Veneris bedeutet dststs-Orts einen Stein/oder Eoelgestein/etwa roch / oder schön weiß / oder wiePurp»r von Farbe Umbilicus Vene-re genant / weil er auff der einen Sei-ten zwar gleich und platt / auff detandern aber da er in die Höhe steigt/ge-wisse Züge oder Linien hat / und ein run-des Bäuchlein macht / in Gestalt einesApffels / und bey nahe dem Nabel eineswoigeschaffenen Jungftäuleins gleichet.Wiewol die Teutsche / meistens auffdie Form /_Jb dieses Gestein auff der er-höhercn Seite hat / und daselbst eineBohne abbildet / nicht weniger auch auffden Ort / davon mans bringt / abzielen-de / es eine Meer-Bohne heißen / gmestfabam maris. Dann es liegt gern bey

den Meermuscheln am Ufer hemm.