Von der Vergwercke Anfang.
und daß die Liebe und gut Gewissen gegendem NecMn / bey ihnen eckalren und ver-loschen würden : Darumb hat er im An-fang der Welt / neben den andern geschaf-fenen Creaturen / die er dem Menschli-chen Geschlecht im Wasser und in derLufft / und auff Erden dem Menschen zugut geschaffen hat/ auch eine mittet Crea-tur/ als Gold / Silber / Kupffer / Zin /Eisen / Staal / Blech / und die gantzeSubstantz und Wesen aller Metall / indie Berge und Abgründe der harten Fel-sen geschaffen/gemacht / und hinein gelegt/und dasselbige wunderbar sicher Weise/über aller lebendigen Menschen Verstand/Witz und Vernunfft in die Gänge/Klüffte und Flötze / Stöcke und Seif-fenwerckc / gleich wie einen Kern in einerNuß/oder ein Lörnlein in seiner Hülsengefastet / auff daß da es unrer den Menschenan der Liebe crwindet und fehlet/ ein Mit-tel vorhanden und bereit wäre/ dar durchLeuthe gegen einander handeln / wandeln/und nothwendige Gewerbe treiben kön-ten.
GOTT hat den Bergleuten einensondern Verstand gegeben zu denMetallen.
Amit aber die Schatze die GOttin die Berge /Klüffte und Gangegeleget hat/ den Menschen zu Nutzund gut kommen möchten: Hatkr den Bergleuten einen besondern Ver-stand / Wissen und Geschickligkeit einge-bildet und mitgetheilet/ die Ädernder Gän-ge und Klaffte der Metall nach der Wit-terung / nach den Geschucbcn / nach denQuellen/mit der Ruthen und ander» an-zeigen mögen/ zusuchm und zuentblösscn/darnach die Crtzt zu erkennen/zu scheiden/und zu waschen / zu rösten/ zu schmcltzen/und zu Nutze zu machen. Und ist meinesBedünckens / d-e Bergwercks - Lunstund Arbeit / da ein Bergmann auß einenrothen Kieß oder Eisenschissigen Berg-Art/ darinnen weder Gold oder Silbergesehen wird / oder erscheinet / klar Goldund Silber machen sol / der allerwun-derbarltchften Dingen eines auff Erden.
Alle Creaturen und Früchte des Erd-reichs und der Bäume/ alsbald sie ge-wachsen und reiff werden / so weiß mandarnach auß täglicher Erfahrung / wasder mehrer Tbeil ist / und worzu es nu-tzet. Die Metall aber und Ertzt / dieFrüchte der harten Felsen und der Ber-ge / wäre unmüglich zuerkennen / sonder-lich wo nicht gediegen Silber / Goldund Kupffer drein bricht / wann der All-mächtige GOTT dem Menschen zumbesten / den Bergleuten / nicht einen son-dern Verstand und Wissen / di'kselbigenzu kennen und zu probven / gegeben hät-te. Gleichwol hat sich der ewige Vatkex/in dcme wie in andern Creaturen zuvor
behalten: Daß menschliche Vernunfftund Scharffsinnigkeit / die Krafft/ dasGeheimnuß und Gelegenheit seines Ge»schöpffs / nicht allenthalben außtüchtenoder ergründen solle. Und trägt sichofftmahls zu/ daß über einem Ertzt oderMetall zuerkennen / und zu gut zumachen/alle Bergleute zu Kindern werden / undbekennen müssen / daß die wunderbarli-chen Wercke Gottes / mehr anzubeten /dann zuerforschen seyn.
Die Bergwercke sind das einige
Mittel/ menschliches HandelsundWandels.
G ist auch auff dieser vergängli-chen Welt / nach der Barmhertzig-keit Gottes / und in seinem liebenWort / kein ander Mittel / dar-durch jetziger Zeit alle menschliche Händel/Gewerbe / Nahrung / in Städten/ Märck-ten uuo Dörffern / Gesellschafften/ Ge-meinschafften / Freundschafften der Landund Leulhe / erhalten werden kan/ danndurch das Bergwerck.
Wer kan doch bey unsern Zeiten/das allergeringste / so zu Erhaltung Lei-bes und Lebens noth ist / ohne Gold /Silberund Geld bekommen. Ja manweiß / daß man auch an vielen Orten dasWasser / darin doch der gantze Erdbo-dem schwebet / umb das Geld kauffmmuß.
Welcher Aäyser/ König / Fürst oderHerr / kan seine Lande und Leute schützen/regieren / beschirmen / die Frommen ver-theidigen / die Bösen straffen / Gericht /Recht / Zucht / Erbarkeit / Fried / Re-ligion / gute Policeyen / und seinen Ge-walt in Ruhe erhalten / ohne Geld / Sil,ber und andere Metall. Welcher kanauch Krieg führen / seinen Feinden weh-ren/ ungehorsame Städte / Landt undUnterthanen straffen und zwingen / festeStädte und Schlösser bauen/ Büchsen/Spieß / Harnisch/ allerley Wehr undKriegs-Rüstung machen und zuwege brin-gen : Wo nicht das liebe Bergwerck /und die Metall dlervuz bellorum omni-um . vorhanden ist / darauß man Gold /Silber / Geld / und alle obberührte Stü-cke gewinnet / schmiedet / schmeltztt undzurichtet.
Wo wolte auch aller Pracht/ Herr-ligkeit und Gepränge / der grossen Käy-ser / Könige / Fürsten und Herren / mitihren gülden Kronen / Ketten / Ringen /Credmtzen / Bechern / Schüsseln / Löf-feln / Tellern / Kannen / Scheuem / Fla-schen/ auß Gold und Silber gemacht/Item / güldene und silberne Stück zuKleidung bleiben / so es ohne die Berg-wercke wäre? Item / wo von kommendie schönsten und allerhöchsten Farben/zum Mahlwerck und Zier der Gebäude/und Kleidung der Menschen her/ dann außX)( * dem