Von der Vergtvercke Anfang.
nüß verborgen / und im Staub ungeachtetgelegen / und durch seine Göttliche Gnade/zu unsern Zeiten/ wiederum an das Liecht/und Herfür kommmftyn/ zugegangen.
Auch zeugen die Gebäude / auff etlichenBergwercken/ als zu Freyberg/ auffdcn Kut-tenberg/zur Eule / zuGoßlar/ und anderswomehr/ augenscheinlich an / daß nach Abster-ben/Hochgedachtes Königs Wenceßlai/und der alten Fürsten im Reich / die Berg-wercke wiederumb in einen Fall kommen/ undeine lange Zeit darnach / in keiner sonderli-chen Anfechtung gewesen seyn. Wie dannder Hussitische Krieg/ die Bergwercke in Bö-heimb/ ^»»01446, sehr verderbet/ und inAbnehmen gebracht hak / daß auch unlaug-bar / die nächsten verflossenen uo. Jahr/griff den neuen Bergwerken / so in der Zeitauffkomen und gefunden worden seyn / mehrArbeit geschehen / dann zuvor auff den allerehesten / in *50. Jahren Die Ursach ist /daß G-OttDeutschen Landen/diesen reichenSegen, umb der Undanckbarkeit willen / ei-ne Zeitlang entzogen: Auch nicht Leute/dieLust und Verstände / zu Bergwerck hätten/hat geben wollen.
Es hat aber der barmhertzige G-OttundVatter/ der alle wege Fürsorge für die fernenträgt/und sie nicht darben wil lassen,lmdt >rc>.Jahr daher / seine Schätze / so er in die Bergegelegt hat/reichlich wiederum eröffnet / undseine milde Handauffgethan / soviel reicherBergwerck im Römischen Reich / Deutsch-landt / Ungern und Böheimb / Francken-lande / Vranvrnburgischen Marggraff-thumbm / Meissen/am Clein/ am der wel-schen Grantz/ am Har?>/in Schweitz / mSachsen / Mähren / Graffschafft Tyrol/Kamdten / Steuer/ erreget und auffkom-men lassen / daß man auch an vielen Deren/von der Menge und Überfluß der Metall/«uß denselbigknBergwerckengewonnm/dieHäuser hätte decken mögen. Und das hatallererst wiederum / den hochlöblichen Käy-fern und Dürsten / vom Hauß -Oesterreich/darnach dem Hauß von Sachsen / denenMarggraffen von Branden bürg/dem Graf»fm von Manßfeld / und andern Fürsten undHerren/denen G-Ott der Herr Bergwerck inihren Landen gegeben / einen Lust / Nachdru-cken und geneigten Willen/ die Bergwerckmit guten wvlgcgründten-Ordnungen/ Ge-setzen / Gebräuchen / Freyheiten / Gnadenund Regimcnten / zu begaben und zu bestel-len/ erwecket und gemacht- Darauß dannauch erfolget ist/ das hochgedachter Poten-taten/ Fürsten und Herren Bergwerck / nachdem Segen G-Ottes/ von obberührter Zeitanhero / viel Jahr gewaltig auffgenommen/und in grossen Würden gestanden seyn:Die Lande mit trefflichen Gebäuen/mStadvtmi Flecken / Schlössern und Dörflern:dergleichen an Händeln / Reichthum undGewerben / Mannschaft: und Gütern / sichauffs höstcbr gebessert haben/ wie es dann amTage ist: Und ist kein Zweiffel/ es werden
obemandte Bergwercke/ länger ,'n Würdenstehen / auch andere dabey auffkommen / womann ob die guten -Ordnungen halten/und mit den bauenden Gewercken/ treulich/und der Billigkeit nach/ handeln und umge-hen wird.
Frage.
Warum doch die Bergwercke bey den
alten Deutschen und andern Nationen/vor Zeiten so ungeacht gewesen/ undzu bauen verlassen wordenseyn?
4s\Um Ersten: Wiewol Cain und seineä^Brüder / wie die H. Schrifft anzeiget/(I die ersten Bergleute / so die Metula außden Bergen gegraben / Geld/ allerleyGezeug darauß gemacht. Viel Hand-wercke in Metallen erfunden / und solcherder Bergwercken Handlungen unv Brauchlange Zeit / bey dem Volck Gottes / wieman Genesis am i$. von Abrahams Schä-tzen / deßgleichen bey den Patriarchen Ja-cob / Joseph. Item bey Job / bey denKönigen in Israel/ und sonderlich zu Sa-lomonis Zeiten siehet/im Brauch gewesen.So haben doch die klügsten und weisestenHeyden / von denen Die Deutschen ihrenUrsprung haben / auß Ursachen / daß siedenSchöpffer aller Creaturen/ den Allmächti-gen G-Ott nicht erkant / auch der geschaf-fenen Creaturen nicht brauchen haben wol-len/ das Gegenspiel gehalten / die Leute ge-lehnt/ daß Gold / Silber und die Schätzeauß der Erden gewonnen/ zu einen seligenLeben nicht gut und fürträglich / sondernschädlich/verhinderlich und verdamlich wäre.Derhalben sie die Bergleut zum höchstenverachtet und geschmähet haben / wie solchesihre Bücher zeigen und außweisen: Darinsie sagen/ die Bergleut wären die / welcheihrer Mutter der Erden / Leib und Einge-weide durch graben / hinein schluffen undkriechen / und die Reichthümer und Schätze
( die sie Irritamenta malorum NMUkten )Wie der Poet Ovidius sagt : Effodiunturopes irritamenta malorum. Zu UntertM-
ckung und Hindernüß der Tugend her-außgrüben / und in die Welt das Gold/Silber und andere Metall brächten / soviel Haders / Zancks und Unlusts in derWelt anrichteten und erregeten / und vie-ler Kriege Ursachen wären. Darum hakes die Natur / so tieff in die Berge verbor-gen / daß mansnicht außgraben solre/ undauß der Ursachen / haben viel Heyden dieBergwerck und Bergleut verachtet / undihre Gesetz geben: Als Solon, Lycurgusund andere mehr / so in Gräcia / da dieklügsten Heyden gewohnt haben / von demHandel der Bergwerck / gar nichts ordnenund schreiben wollen. Zu unftrn Zeitenaber / da man den Brauch der Metall undder Schätze im Erdreich / durch die GnadeGOttes weiß / spatt man keine Unkosten/)()(s scheu-