Buch 
Das Haus Peter Behrens / mit einem Versuch über Kunst und Leben von Kurt Breysig
JPEG-Download
 

148

xunr sneuZis-vcnciN:

8elbstbeschränkung und der Wucht der Durcharbeitung von neuem unverkennbar zu läge.Nirgend? spielerische Oberflächlichkeit, nirgend? üppiger Reichtum einer bizarren Fantasie,überall aber künstlerische Durchdringung mit einer Zierenden form und vollkommeneRemeisterung de? Ztoffe? durch diese form. Überall hat man den Sindruck, daß hiernicht ein Künstler sich mit einem Werke müht, da? seinem Ich fremd ist, sondern daß einrunder Mensch, eine starke, ganz in sich gefestete Persönlichkeit mühelo? den künstlerischenRu?druck seine? eigenen Wesen? gefunden hat.

Diese? beginnen ist zu vollkommener Meisterschaft im Zpeise-Zimmer gediehen. Linewohlbedachte fern-Haltung aller beirrenden färb-eindrücke macht den Rlick hier alleingeschickt und doppelt empfänglich für lineare Sinwirkungen: da? ganze Semach ist infunkelnde? weih getaucht, da? durch die höchst delikate Zusammenstellung mit 5iibernoch gesteigert und nur an einigen ganz seltenen Ztellen, in den Polstern der 5tühie,einem feil der lapete und den Kelch-füßen der Släscr durch ein tiefe? bläulich leuchtende?Rot unterbrochen und so im Srunde nur noch mehr hervorgehoben wird. 8onst trifftda? Rüge an hundert stellen, in dem tinien-Sewirr der Decke und der Seschirr-Zchränke,in den Verzierungen der feiler und 5chüsseln, auf den Sriffen der Messer und föffei, inden Krgstallen der gläsernen Kronleuchter und selbst noch im Web-Muster der edlenSedecke immer und überall auf da?seide Motiv, nur daß sich diese ewige Melodie inhundert Wandlungen einkleidet. Und zu ihrer einschmeichelndsten Ion-folge steigt sie in derLinienführung der Ztühle auf: deren Rrmlehnen haben eine so edle Zchwingung, daß sie wie miteiner empfangenden Sebärde zur Ruhe einzuladen scheinen. Rber diese Sebärde ist wohl freund-lich entgegenkommend, doch Zugleich von dem vollkommenen Ztolze ihrer edlen formdurchdrungen - so wie die Hand-Rewegung einer gastlichen und doch herrischen 5chloß-frau.

Zur größten feieriichkeit ist die Zier-Kunst der Innen-Räume in dem Prunk-Semsch

de? Hause?, in dem blauen 5aal, gesteigert.Unerhört köstliche 5toffe Zeichnen e? au?: dieganz lineare Schnitzerei der Decke und einerIhür ist mit Rlt--6old überragen, die andereIhür zeigt eine vollkommen linienlose, ununter-brochene fläche edelgrauen Zilber-Rhornholze?,die Ihür-Ralken sind Ztufen von rotem RdnerMarmor, die schwellen von fast noch zarteremgrauen deutschen Ztein. Den flügei schmückenreiche Holz-Intarsien, da? Parkett ist in ähnlichabstrahlendem Muster au?gelegt, schwere Ztühieladen ring? zu andächtig lauschender Ruhe, feier-liche Kandelaber tragen starke Riesen-Kerzen,und all diese schwere Pracht, die wie heißerRmbra-Duft die Zinne umnebelt, sie wird ge-bändigt und zu stillen Rkkorden bezwungendurch den einen ganz vollen, ganz edlen farben-lon, der in stet? gleichbleibender Ruhe von allenZeiten ring? hereinklingt: durch da? stille, tiefeRIau der mit 6la? belegten wände, fallen Rbend?die blauen Vorhänge nieder und schimmern vonder Decke nur die blau gedämpften Kerzen de?blitzgetragenen Lichte? herab, so bemächtigt sichde? Safte? langsam und leise der schöne Wahn,al? sei er in ein Märchen-Zchloß versetzt undin da? Land der ferne und de? Slück?.

02men-?1uhl su5 dem 5pelse-ZImme>'.