Band 
Erster Theil. Die Kunst, das Gewässer zu denen verschiedentlichen Nothwendigkeiten des menschlichen Lebens zu leiten, in die Höhe zu bringen, und vortheilhaftig anzuwenden.
Seite
54
JPEG-Download
 

777

e

.——

1

—

54 Acrchitectura Hydraulica. Erſtes Buch.

beſaͤß die Potenz ohngefehr 20. Pfund Kraft haben muͤßte, um nur hiermit den Anfang

zu machen, wann ſie die Halb⸗Kugel an ſich ziehen wollte; Nicht weniger auch, dab/wann dieſe Laſt von 60. Pfund, ſtatt daß ſie hier nur einer einigen Halb⸗Kugel zukommſunter einer groſſen Anzahl anderer Halb⸗Kugeln, überall gleich und gleich ausgebreilewaͤr, die nemlich mit einer einigen Ober⸗Flaͤche verknüpft ſind, wie in der erſten Figurdie Potenz. P. ebenermaſſen noch 29. Pfund Kraft benöthiget ſeyn wuͤrde, vermittelſt fol,cher mit der Bewegung des Cörpers O, den Aufang zu machen, ohne ſich weiter um dieGroͤſſe der Grund- Fläche dieſes Cörpers zu bekuͤmmern, geſtalten dieſe, mit der Ablicder Schwehre des Corpers, nichts gemeinſchaftliches beſitzet: Wie ich ſchon allbereit beh-gebracht habe. N 8 f bDurch die wegen F. 222. Ich habe ſchon geſagt, daß Monſieur Amontons, eine groſſe Anzahl Expe.der Feictionmit rimenta wegen der Friction angeſtellt, will alſo hier nur noch ſo viel beyfuͤgen, wie er ge,verſchiedentli funden, daß wann er Eiſen, Kupfer, Bley und Holz aufeinander hat wegrutſchen laſſon,

chen Materien es moͤgen dieſe Materien von einerley Art geweſen ſeyn, oder er mag ſie unter einander ben, 5

angeſtellten Ex- 15 8 f 5 970 8perimenta, hat wechſelt haben, die von der Frickon cauürte Reliltenz doch allzeit fat bey nahe ein Dilman in Erfah⸗ theil der Schwehre desſenigen Cörpers betragen, den er eben hat bewegen wollen, ſo nemrung bracht, daß lich die einander berührenden Ober⸗Flaͤchen mit Wagen⸗S chmier beſtrichen geweſen ſindi Desgleichen auch, daß dieſe Reſiſteng beſtaͤndig nach Proportion der Laſt zu- und abnimmeTheile der Laſt und die Groͤſſe derer Ober⸗Flaͤchen keine weitere Veraͤnderung verurſachet. Bey gleich,gleich iſt. maͤßiger Unternehmung eben ſolcher Experimenten, ſind mir auch die nemlichen Umſtain Erfahrung kommen; Und nur einiger maſſen zu zeigen, auf was vor eine exatte

ſolches habe anſtellen muͤſſen, will ich mich noch etwas hierbey aufhalten.big. 6.§. 223. Wann wir alſo einen Coͤrper P. haben, der ſolchergeſtalt auf ein PlanuDie beſte Art inclinatum oder auf eine abhangende Flaͤche A B, geſtellet worden, daß die aus feine,

durch Erperi. Centro gravitatis G, gezogene Direckions-Linie G H, durch des Coͤrpers ſeine Grun

menta die Fri- 5 5 n 5 8 3. 9 9 8 öion zu unter ſu⸗ Fläche E k. hindurch gehet, wird dieſer Cörper in dieſer Stellung in Ruhe verbleibenchen iſt, wann wanm ſich nemlich die erhabenen Theilgen ſeiner Grund⸗Flͤͤche, an die hervorragende,man ſich eines Theilgen des Plan inclinati auf ſolche Art anhaͤngen, oder mit einander vermengen, daß 0

Plani inclinati mit demjenigen Theil der Laſt contrabalaneiren der eben den Coͤrper zum herunter

nde

der“

bedienet⸗ ſthen zwingen will. Wie es nun aber ganz ſichtbarlich iſt, daß ſich dieſer Coͤrper ue 10nde

gleichen Stellung, auf allen Arten von Planis, nicht ſelbſt erhalten wird, maſſen algengefunden werden, die weit mehr ineliniren, oder deutlicher, weit gaͤher ſind, auf welchederfenige Theil der Laſt, der den Cörper zum Herabrutſchen zu bringen trachten wird/ e;von der Friction cauftrten Widerstand alsdann uͤbertreffen, und ihm uͤberlegen ſehn 11So folgt alſo hieraus, daß ein Planum oder eine Flache ſolchergeſtalt abhaͤngig ſeyn; 0daß der kaum beruͤhrte Theil der Laſt, mit der Friction, das Equilibrium oder Gleichg 4wicht haͤlt. Supponiren wir nun hier, als waͤr uns allbereit aus der Erfahrung dersen agWinkel bekannt, nach welchem das Planum incliniren mußte, ſo koͤnnen wir al 1auch in Erfahrung bringen, wie ſich die Potene die wit der krickion in Equilblie ſechh,9 7 1 demjenigen Theil der Laſt verhaͤlt, mit welchem das Planum inclinatum beſchwret iſt.Laſſen wir nun weiter aus dem Centro grwitatis G, die Pewendiemar- Linie 47auf die abhangende Flaͤche A B herunter fallen, ziehen mit AB die Linie G P parallel, u,beſchreiben das Parallelogrammum H G1 I.; Nehmen alsdann das Latus dieſes Paral 91grammi G6 H, und esprimiren damit die Laſt oder die Schwehre des Coͤrpers P; 65 aexprimirt deſſelben Diagonal-Linie& I, die agirende Druckung oder breſſionem diſer nemlichen Laſt gegen das Planum inclinatum, und das Latus G L. exprimiret dentengen Theil der Laſt, der den Cörper zum Herabrutſchen zu bringen ſuchet, oder eigentl. 1die Potenz P, die ſich der Druckung widerſetzet. Iſt nun das Planum A B ſolchergeſſcinchnirt oder abhangend, daß der Coͤrper faſt augenblicklich fortrutſchen will, ſo bareſich alsdann die Friction zur Druckung der Laſt, wie ſich verhaͤlt GL zu 61, oder wie ſich teehalt BC zu C A, oder noch deutlicher, wie ſich die Höhe des Plani inclinati zur Laͤnge aGrund⸗Flaͤche verhaͤlt, vermoͤge derer aͤhnlichen Triangul GLI und BCA. f ſitein Cörper. 224. Hieraus folget alſo, daß, wann wir die Friction zweyer Cöͤrper, deren gfaͤngt auf einem etwan vermoͤgend ſeyn moͤchten, in Erfahrung bringen wollen, wir den unterſten ſolch

Plano inclinato ſtalt inclinirend machen muͤſſen, oder deutlicher, ſelbigen auf einer Seiten ſo lang was

erg,cle

r

.

an herabzurut⸗ f l. 58 ren, biß der oberſte unvermerkt zu rutſchen anfängt, und alsdann acht haben, unte

ſchen, wann es 5 8 5 5mit demklorizont bor einem Winkel ſolches geſchehen. Diejenige Verhaͤltniß nun, die zwiſchen dem licht

einen Winkel gente dieſes angemerkten Winkels und dem Sinn Toto gefunden wird, gibt die na del

von 18. Graden, Verhaͤltniß an, die zwiſchen der Friction und demjenigen Thei indlich iſt/e. ö heil der Laſt befindlich 120. Minuten ehen die Friction caufiret. Bey meinen ſolchergeſtalt e e 660

—

* gemerkt, daß der Neigungs⸗Winkel oder Angulus inchnaüonis ohngefehr 18. 1b