Vorrede
mich ein Schrifsteller zu werden gelüstet hätte. Ich habe die Beurthei-lung, welcher ich mich aussetzen musste, jemals aus den Augen gelassen;und bin bey dieser Betrachtung öfters schüchtern geworden. Indessenhabe ich sie mir zu Nutze gemacht, und die Schärfe des Publici als ei-nen vortreflichen Bewegungs - Grund Vorsichtigkeit zu brauchen angese-hen. Alle Welt gesteht, daß nur erst seit der Zeit, da man sie als einenunerbittlichen Richter angesehen hat, der Nacheyfer unter den Gelehrtengewachsen ist, und die Büchersäle mit einer Menge Bücher von aller-hand Art angefüllet worden sind, welche vielleicht nicht so wohl ausgearbei-tet seyn würden, wenn deren Verfasser nicht gemusst hätten, daß Leutevon gutem Geschmacke alles was nur mittelmässig ist lächerlich zu machengewohnt sind , und sich davor gefürchtet hatten. Doch , gewisse Mate-rien sind an sich so fruchtbar, daß man, wenn man sie nur ein wenig mitguter Ordnung abhandelt, mit besserm Erfolge davon kommen kan : unddie gegenwärtige, welche ich vor mir habe, gehört darunter. Damitman aber von meinem Vorhaben überhaupt besser urtheilen kan: so willich hier einen Abriß davon machen.
Das Werk soll aus 4. Theilen in Quart - Format bestehen, zu wel-chen eine grosse Menge Kupfer - Stiche hinzu kommen werden , welchedie Grund-Risse, Durchschnitt-Risse, und Aufrisse, verschiedener Ge-genstände vorstellen , die ich mir zu zergliedern vorgesetzet habe. 'Zweyvon diesen Theilen betreffen die Kunst jede vorgegebene Plätze, was sieauch für eine Lage haben mögen, zu bevestigen; und die besten Manie-ren sie anzugreifen und zu vertheidigen, deren man sich seit Erfindung desSchießpulvers bedienet hat. Die zwey andern betreffen den Vestungs-Bau selbst, und zeigen , wie alle die dazu gehörigen Werke anzulegensind. Ich liefere also hier den ersten von diesen beyden ; weil man , dernatürlichen Ordnung zu Folge, zuförderft von der Manier die Plätze, wel-che man bevestigen will, anzulegen handeln muß, ehe man Anweisung giebtwie sie anzugreifen und zu vertheidigen sind^: ungeachtet ausser dem kiesezwey Gegen - Stände in der genauesten Verknüpfung Mit einander ste-hen , wie man auch bey allen Gelegenheiten erinnert hat. Ausserdem Ha-beich auch deswegen nicht alle vier Theile auf einmal herausgeben wollen,damit der Abdruck desto bequemer geschehen könnte, und die Liebhabernickt auf einckal zu einem Aufwande veranlasset würden , welcher vielen zuschwer fallen könnte. Hiezu kömmt noch, daß diejenigen Theile, welcheeinigen anstehen möchten, vielleicht andern nicht anständig seyn dürsten,