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1 (1860) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst / von Gottfried Semper
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Viertes Hauptstiick.

clas Bekleidungsprinzip, welches, wie ich behaupte, die gesamt ' 1 1antike Kunst beherrscht.

Ueber das Alter und den Umfang der Sitte die Gebäutheile mit Stuck zu bekleiden geben die Sanskritischen Schrift®mehrfachen Aufschluss :

In jener Stelle des Ramajana worauf ich oben hindeutete,

der Beschreibung der Stadt Agodhya, die Manu der Vater

Menschen selbst erbaut hat, heisst es: Paläste schmückten s1 ^

von ausgezeichneter Arbeit, hoch wie Berge, und schöne u * e ^

gab es da in Menge, die aus vielen Stockwerken bestanden,

Ganze glänzte wie Tndras Himmel. Ihr Anblick hatte eine b®

zaubernde Wirkung, die ganze Stadt erhielt durch e c

selnde Farbe Lebendigkeit, und regelmässige Laubgänge

süssduftenden Bäumen erfreuten das Auge. Sie war voll '°

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kostbaren Steinen. Ihre Mauern mit bunten Feldern gli CJ

einem Schachbrett u. s. w. 1

Noch deutlicher weist folgende Stelle aus einem alten indisch®* 1Drama, 2 welches angeblich aus dem 2. Jahrh. vor unserer brechnung stammen soll, auf den häufigen Gebrauch des

vor

färb 1

selbst bei Prachtbauten hin. Es wird ein Palast von zauberisPracht beschrieben : über den Thoren erhebt sich der Bogen

Elfenbein und darüber wehen Flaggen mit wildem Safran g ederen Franzen im Winde flattern als winkten sie: Tritt 6,1 j

Tritt ein !.die Felder der Thür sind von Gold 111

Stuck und sie glänzen wie die diamantne Brust eines Go...... Siehe da, hier ist ja eine Reihe von Palästen glän0 el ^

wie der Mond, wie die Muschel, wie der Stengel einerlilie

der Stuck ist hier handhoch aufgelegt.

Golft^

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Stufen, mit verschiedenen Steinen ausgelegt, führenden oberen Zimmern, von wo krystallene Fenster mit Perlengefasst und blitzend wie die Augen eines vollwangigen Mäd®* 1niederschauen.

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1 Noch phantastischer und zauberhafter ist in dem Mahabharata das

der Wunderstadt Dovaraka die Visvacarma der himmlische Baumeiste*Krisehnas Befehl erbaut, welches bei dem Dichter die Kenntniss der * *

Inkrustationen, des Mosaiks und der polychromen Stuckbekleidung v ° rsetzen lässt.

2 Wilson select specimens of the Theater of the Hindus etc. London Vol. 1. p, ?2. sqq.