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1 (1860) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst / von Gottfried Semper
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Viertes Hauptstück.

Geräthe oder Theile desselben beigelegt werden vortrefflich Zl1gebrauchen.

Die ornamentale Form, -die sie schon als religiösekosmogonische Symbole erhielten richtete sie zu diesem

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brauche vor. Es mag dahin gestellt bleiben ob nichtCharakter als Symbole tendenziöser Art, nämlich als bedeutung s .volle Zeichen für Ideen die mit dem nächsten Zwecke und d®*Konstruktion der Geräthe nichts zu schaffen haben sondern 01auf ausser diesen Liegendes beziehen, zuerst ihre Einführung

in den Formenkreis der technischen Künste vermittelt hatte; jed 611falls führte dann der natürliche Kunstsinn unwillkürlich auf d * 1richtige Yerwerthung in dem andern früher bezeichneten Sin * 1 _Die assyrischen Kunstgeräthe sind desshalb eben so übe r ^interessant, weil wir den Doppelsinn dieser Symbole noch. ^

ihnen herauslesen. Die freie Kunst hat sich an ihnen noch 111 c

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aus dem Ornamente abgelöst, letzteres behält dafür höhere

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deutung als die des einfachen Zierraths.

Die hellenische Kunst dagegen spaltet diesen Doppelsinnweiset jeder Hälfte die ihr gebührende Stelle an. Sie fasst

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ornamentalen Symbole vorzugsweise in struktiv - funktionei ^Sinne, mit möglichst gemilderter und leisester Anspielung ^tendenziöse Bedeutung, die ihnen noch bleibt; der höheren K- u °^weist sie ihre neutralen Felder an, wo sie, von der Strukturdem nächsten materiellen Dienste des Systemes unabhängig;frei entfaltet.

Der kräftige aber unfreie und niedere Willensausdruck >

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jene assyrischen Fabelbestien zeigen, macht, wie gesagt, sie ^sonders dazu geeignet gewissen zwecklichen Ideen, d* e ^Künstler seinem Werke beilegt, zum Ausdrücke zu dienen-todte Geräth wird durch die Anwendung dieser Thierform e,Jeiner Art von Person erhoben und individualisirt. W iePflanzenornament die Struktur zu einem Organismus ^schafft, so erhebt das animalische Ornament den todten $ a ^ g ,rath gleichsam zu einem freiwillig oder unwillig dienenden Ö - 8 uthiere! Das Möbel wird dadurch dass ich ihm Füsse in G e ^von Löwentatzen oder Rehläuften gebe als ein Gegenstandzeichnet der nach meinem Willen sich fortbewegt oder dochwegbar ist. Den Grad der Bewegbarkeit den ich ihm beiwill symbolisch zu nüanciren habe ich in meiner Hand!