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1 (1860) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst / von Gottfried Semper
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Viertes Hauptstück.

stattet. Es zeigt sich nirgend in plastisch-polychromer Nachbildungder ursprüngliche Typus der Bekleidung als Facjadendekorationnaiver und realistisch unmittelbarer ausgedrückt als auf diesenlydischen Felsengräbern, von denen das berühmteste, das sog e 'nannte Grabmal des Midas, als Beispiel hier beigefügt ist.

Bei anderen Grabfacaden derselben Gattung sind nur 4 ieRahmen und die Bekrönungen bildnerisch verziert, das eing e 'schlossene Feld ist glatt, hatte aber sicher einst malerischei 1Schmuck. Noch andere gehören schon mehr zu den komp°siten, daher wahrscheinlich späteren, Formen.

Wieder ein von den phrygischen, karischen und lydische 11Stämmen ganz verschiedenes Volk musste dasjenige sein welche 8in Lykien , wenigstens für seine Grabmonumente, an einem sich elhöchst urthümlichen, der Konstruktion aus Holz entnommene 11 )dekorativen Prinzipe festhielt: dasselbe Volk aber, welches in s °^eher Weise seine Gräber im Holzstile konstruirte, wohnte 111Steinhäusern aus polygonem Gemäuer; diess wissen wir " eviele dieser Bauwerke wegen ihrer soliden Aufführung noch b l8auf heute, wer weiss aus wie früher Zeit, stehen geblieben s111

und höchst merkwürdige Relieftafeln, womit einige der Fels e11gräber geschmückt sind, geben in malerisch perspektivisch 131Weise die Bildnisse ganzer Städte mit ihren Vorstädten, 4er eflHäuser und Monumente entschieden den Charakter des Steinst®verrathen und zum Tlieil sogar mit Kuppeln -überwölbt sind; ül ]neben diesen Steinbauten erkennt man auf diesen Relicftalelndeutlichster Darstellung dieselben im Holzstile gehaltenen D el1 'mäler von denen die Rode ist. Diese sind also nicht N abildungen einer den Lykiern eigenthümlichcn Holzarchitekt 111sondern, wie ich schon in dem Exkurse über das Tapezierte 8 ®der Alten geäussert habe, höchst wahrscheinlich monumental^Stein umgesetzte Scheiterhaufen. Die ältesten Denkmäler diese 1sind die freistehenden Sarkophagträger; hernach übertrug lD<; ^diese traditionell und typisch sanktionirte Dekoration auch aFelsengräberfacadcn, obschon sie nach der Annahme einer an ^Bestattungsweise hier keinen realen Sinn mehr hatte, wessha^ihr ein anderes Motiv untergeschoben wurde, bei welchemFachwerkswand mit vorstehender Sparrenbedeckung mein 0weniger klar als Vorbild vorschweben mochte. Auch an 11Monumenten, und zwar sowohl an den Sarkophagträgern wie