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1 (1860) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst / von Gottfried Semper
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Viertes Hauptstück.

Verstecken des Kostbareren durch wertiger Kostbares, wurde vonihm nachgeäfft; Plinius führt an dass unter Neros Herrschafterfunden wurde den Schildpatt, womit die Möbel furnirt waren,so zu bemalen dass er aussah wie Holz. Der Missbrauch desGlases zu dekorativen Zwecken wurde bald nach August, (schonzu Ciceros Zeit hatte die Glasfabrikation in Rom Eingang g e 'funden,) auf das Aeusserste übertrieben; eben so der emblema-tische Schmuck geschnittener Halbedelsteine von bedeutenderGrösse, ciselirten Silbers, skulptirten Elfenbeines u. s. w. Ausserden Nachrichten der Schriftsteller, die sich mit einer gewissenVorliebe über diesen Luxus des Breiteren auslassen, fehlt es nichtan Funden, die ihn bestätigen. Der Boden Roms ist gleichsamübersäet mit Glasscherben, Resten von Wand- und Fussboden-bekleidungen aus künstlich gemustertem und skulptirtem Glase -Zu Veji fand man einen Fussboden aus kompactem Glase von derGrösse des Zimmers. Kameenartig geschliffene zweifarbige Gläser(nach Art der Portlandvase) finden sich zum Theil noch mit de»Stucküberresten der Mauer, in die sie gefügt waren. Auch fehltes nicht an Bruchstücken achter Glasmalerei. Auf dem Palatinfand man unter anderen Trümmern der römischen Pracht ein 6ganz mit Silberblech inkrustirte Stube, und in das Silber warenedle Steine eingelassen. (Bartoldi Memorie Nro. 101. 102. 118-)Vielleicht rührt sie aus Nero's Zeit, dessen Haus ganz mit Goldbekleidet und mit Gemmen und Perlmutter eingelegt war. (Suet.)Im 17. Jahrhundert fand man auf dem Aventin eine Stube derenWände hinter vergoldeten Bronzeplatten mit inkrustirten Medaille 1verschwanden.

Diese lind andere Trümmer antiker Wandbekleidungen be-stehen zum Theil aus unzersetzbaren Stoffen, wesshalb der in denJahrhunderten des späteren Römerreiches herrschende Geschmackfür polychrome Architektur und Bildnerei an ihnen deutlich undunleugbar hervortritt. Polychrom sind sogar die Elfenbeingetäf^die man, dieser Zeit angehörig, gefunden hat; polychrom sind di ein der Hadriansvilla entdeckten Mosaikreliefs, denen andere vmältere griechische, die früher erwähnt wurden, entsprechen. ® ielegen daher unwiderlegliches Zeugniss ab von der bis zu de' 11Untergange der antiken Kunst fortbestehenden Herrschaft de 1Farbe in der Skulptur und in der Baukunst und sind zugleich e,nindirektes Argument für das Altertlmm dieser Herrschaft, da di e