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Kleine Schriften / Gottfried Semper ; Hrsg.: Manfred und Hans Semper
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Kunstgewerbliches. Keramisches.

sie für kleinere Stücke Drehtische ähnlich denen unsrer Bildhauer.Die großen Jarres von Frankreich , die Tinacos der Spanier ,die Camuci Brasiliens und andere Gefäße von enormem Umfangesind alle aus freier Hand gemacht.

Die Drehbank ist in unseren Zeiten viel mehr gebraucht,als es bei unseren Meistern in der Töpferei der Fall war. Sieist ein etwas gefährliches Werkzeug und hat nur wenig zumFortschritt der Kunst beigetragen; zu derselben Kategorie gehörtdie Behandlung des nassen Thones durch Metall- oder Holz-stempel, welcher Prozeß von den Franzosen ogMi-inZs genanntwird. Bei Anwendung dieses Instrumentes können wir den Formenschärfere Modellierung geben und manche andere Vorteile erzielen,welche auf anderem Wege unmöglich erreicht werden können.

Es wird gut sein, sich dessen zu erinnern in solchen Fällen,wo die Stempel in Anwendung kommen. Die Formen, welche denStempeln zu geben sind, müssen jene Schärfe in der Modellierungund jene Unterscheidungen zeigen, welche die Domäne dieser Artder Ausführung sind.

Zweiter Prozeß: Das Formen n mouInA«.

Das Formen ist einer jener Prozesse, die wegen ihrer negativenEinflüsse wichtige Elemente für das, was wir unter Stil verstehen,sind. Ich meine damit, die Unvollkommenheit dieses Prozesses istdessen Stärke. Der Modelleur muß diese Unvollkommenheitenkennen und berücksichtigen und sich erinnern, daß ein geformtesStück Töpferware nicht aussehen kann noch darf wie ein Stück,welches auf der Töpferscheibe oder Drehbank gedreht worden ist.Geformte Stücke haben in ihren Horizontalschnitten nicht kreis-rund, sondern oval oder eckig zu sein. Eine Form von kreis-rundem Durchschnitt wird durch die leichteste Unregelmäßigkeit inden Umrissen gestört und unterbrochen, was unmöglich beimProzeß des Formens zu vermeiden ist.

Diese Unterbrechungen und regelmäßigen Unregelmäßigkeiten,