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Kleine Schriften / Gottfried Semper ; Hrsg.: Manfred und Hans Semper
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185
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Die Restauration des tuskischeu Tempels. 185

Diese Balken werden so gelegt, das; sie im ganzen dieWeite des Säulenhalses einnehmen; aber ihre Zusammenfügungist der Art, daß sie vermittels der Riegel und Schwalben-schwänze in einer Entfernung von zwei Zoll voneinander ge-halten werden.

Thiersch führt bei dieser Stelle an, daß Raumöffnungenim Innern der Mauern, die eilten wenn auch anderen konstruk-tiven Grund hatten, von Eduard Metzger auch im Parthenon entdeckt worden sind. Diese Raumöffnungen, wie Thiersch sienennt, liegen nicht nur in den Mauern, sondern auch in denArchitraven des Parthenon schon seit Jahrhunderten klar zu Tage,so daß wahrlich Ed. Metzger sie nicht erst im -Jahre 1831 zuentdecken brauchte.

Z 9. 8nprs trübes et supru psrielos trujeeturue inulu-loi'nin purte guurtu ultituckims oolumrme prosieiuntur: itsur ineorurn lrontibus uutepgAmentu tiAuntur.

Diese ganz klare Stelle hat allen Auslegern unglaublichesKopfweh verursacht und die Philologen zu den abenteuerlichstenKonjekturen, die Architekten zu den fremdartigsten Kombinationenverleitet. Unter den ersteren ist Thiersch wiederum der kühnste,der folgendermaßen ließt: Knper trübes tiAnu zlonuntur 6tsuprs pnristes projeeturue mutulorrun pkrtv Quarta »Itituäillisoolumnue projiviuntur, in tiAnorum krontibus uirtepuAmeutuÜAMtur. Leider unterläßt er es, eine nur halb befriedigendeErklärung von dem zu geben, was er eigentlich bei dieser ge-wagten Konjektur sich gedacht habe, oder seine Ideen mit Zeich-nungen zu erläutern.

Ich verstehe den Satz, den ich für ganz unverfälscht halte,folgendermaßen:

Oberhalb der Balken und oberhalb der Cellamauern werdendie hervorragenden Balken des Daches in einer Höhe gleich demvierten Teile der Säulen gelagert und an ihren abgeschnittenenStirnflächen die Simsbekleidungen befestigt.