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Urelemente der Architektur und Polychromic.
Aber welcher Art ist unser Bedürfnis und wie sollen wires künstlerisch bearbeiten?
Das in jeder und auch in künstlerischer Beziehung wichtigsteBedürfnis eines Volkes ist sein Kultus und seine Staatsver-fassung. In den Zeiten, die der Menschheit am meisten zurEhre gereichen, war beides ein Bedürfnis, oder vielmehr daseine ein höherer Ausdruck des anderen. Es würde zu weitführen, zu erörtern, ob und inwiefern das protestantischeChristentum eine Richtung nahm, die dieser Verbindung desStaats mit der Kirche nachteilig wurde, mehr noch der Kunst,und wie darauf der Jndifferentismus sich entspann, unter demdie Kunst vollends erstarrte. Aus ihm, und weil das warmeMenschenherz nicht lange höhere Gefühle entbehren kann, ent-wickelte sich ein reges Interesse am Staate. Man ergriff mitwahrhaft religiösem Schwürmergeist die neue Lehre, wodurch alteWillkür vernichtet und der Egoismus beschränkt, das Interesseam Wohl des Ganzen erweitert wurde. Indem so unser ganzerreligiöser Enthusiasmus aus irdische Verhältnisse gerichtet wurdeund sie veredeln mußte, entstand dadurch eine Annäherung andie Zeiten der Alten, die unser Jahrhundert unverkennbarcharakterisiert.
Gemäß der angeführten Richtung des Jahrhunderts fürgroße allgemeine Interessen gestaltet sich das häusliche Lebenebenfalls anders. Je größer und reicher das öffentliche Lebenzu werden verspricht, in gleichem Maße beschränkt sich dasPrivatbedürfnis. Moderner Aufwand wird bestritten mit denZinsen des Kapitals, das im Mittelalter ein standesmäßigesAuftreten verlangte. Die Ausgleichung der Stände wird da-durch erleichtert. Nicht mehr Trutz und Schutz gegen Privat-feinde soll das neue Wohnhaus gewähren, nein, Bequemlichkeitund Anmut sind die einzigen Erfordernisse desselben. Floren-tinische und römische Paläste sind unserer Zeit fremd und duldenkeine Nachahmung im verjüngten Maßstabe. Byzantinische Kirchen,