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Urelcmente der Architektur und Polychrome.
centisten begingen, denn Pompeji war erstanden und der Ge-lehrsamkeit hatten sich neue Felder eröffnet. Aber für ihn sprichtdie verjährte Gewohnheit, die Plastik weiß zu sehen. Jene hattenmit ihrem Irrtum die Wahrheit verdrängt, er hat der Wahrheitbloß nicht wieder ihr Recht zurückgegeben. Er ist, Wo nicht derGründer, doch der Herold der neuen antikisierenden Schule inPlastik und Architektur. (Die Malerei bildete sich unabhängigeraus, weil sie sich aus Mangel an Mustern nicht an die Antikehalten konnte.) Bald nach ihm erschien das für seine Zeit be-wunderungswürdige Stuartsche Werk, das einen richtigern Blickin griechisches Altertum gestattete. Allein die Andeutungen, diees enthält über antike Wandmalerei, blieben fast unbeachtet, dennsie waren ohne Enthusiasmus, gleichsam mit Unglauben undWiderwillen mitgeteilt und den Begriffen der Zeit waren siezu fremd.
So war es denn erst unserer Zeit vorbehalten, die nochvorhandenen Spuren der Polychromie zu sammeln und durchein aus ihnen gebildetes System die Antike mit ihren Um-gebungen im Raum und in der Zeit wieder in Einklang zubringen. Außer den Andeutungen im Stuartschen Werke be-finden sich Beiträge zur Kenntnis der Polychromie griechischerMonumente in denWerken späterer, vorzüglich englischer Reisenden.Interessant in dieser Beziehung soll ein älteres englisches Werküber die Reste von Cyrene sein, das der Verfasser nicht gesehenhat. Bekannt sind die farbigen Restaurationen der Tempel vonSelinus, die in dem Hittorfschen Werke enthalten sind. HerrDr. Brönsted, über die Skulpturen des Parthenon , gibt eben-falls manche Andeutungen in Bezug auf Ausmalung dergriechischen Monumente. Der Herzog Serra di Falco be-schäftigt sich gegenwärtig mit der Herausgabe der Selinunti-schen Tempel, mit besonderer Rücksicht auf die Spuren ihrerFarbenbekleidung.
Wir stehen jetzt auf dem Standpunkte, die Einwendungen