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Kleine Schriften / Gottfried Semper ; Hrsg.: Manfred und Hans Semper
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Urelemeute der Architektur und Polychrome.

Der Herd ist das einzige architektonische Element, welchesfür sich dasteht und eine Bedeutung hat ohne das gleichzeitigeVorhandensein anderer Konstruktionen, ohne den Schutz einesDaches, ohne Umwallung, ohne auf Terrassen und Sockeln er-hoben zu sein. Er stellt daher an sich selbst die Grundidee einergewissen wichtigen Klasse von Gebäuden dar, namentlich solcher,welche wir mit dem Ausdruck Monumente im engeren Sinnebezeichnen.

Der Herd oder sein höchster Ausdruck, der Altar, wird füruns im folgenden den Kardinalpunkt bilden, auf den sich allesübrige bezieht.

Um den Feuerplatz herum sind drei andere architektonischeElemente gruppiert, welche sozusagen die schützenden Negationender drei Naturelemente bilden, die der Flamme des Herdesfeindlich sind. Diese Verteidiger des Herdes sind das Dach,die Umzäunung und die Substruktion oder, wie wir sienennen wollen, die Terrasse.

Die Kombinationen, welche aus der gewöhnlichen Anwen-dung dieser geschützten und schützenden Teile eines Gebäudeshervorgehen, sind mannigfaltig und sehr verschieden, je nach denbesonderen Bedingungen, unter denen sie eintreten. Es kamvor, daß unter gewissen Umständen einige dieser konstituierendenTeile mehr entwickelt wurden, andere nur symbolisch erhaltenblieben. Ich werde ein anderesmal Gelegenheit finden, hieraufzurückzukommen.

Jeder der obenerwähnten konstituierenden Teile einesGebäudes kann mit Recht als die besondere Domäne eines dervier verschiedenen Zweige der K u n st i n d u st r i e angesehenwerden.

Die keramischen und hernach die metallotechnischen Künstekönnen um den Herd herum gruppiert werden, als den Repräsen-tanten und Mittelpunkt des häuslichen Lebens.

Die Ingenieur- und Maurerkunst fanden ihre Specialität