ZZg Urelemente der Architektur uud Polychromie.
Punkte von der herkömmlichen, daß ich das Bild der Dingekörperlich oder vielmehr stereometrisch fasse, während letztere sichnur auf die planimetrischen Figuren einläßt, die mit der An-schauung der Dinge als Bild entstehen*).
Somit kennt sie nur zwei Schönheits-Koordinatenachsen, diedritte, die Richtungsachse läßt sie aus. Jenen entsprechen diebeiden Eigenschaften der Symmetrie und Proportionalität, undmit diesen gruppiert sie die höhere nicht homogene, den Charakteroder Ausdruck. Sie hat nur zwei Chariten und stellt, um dieTrias voll zu machen, die Huldgöttin selbst als Chorführerin inden Reigen, dem es somit an einem Mittelpunkte der Beziehuugenfehlt. Ich benutze dieses Bild, weil ich allen Ernstes glaube,daß die Chariten, aus denen O. Müller auffallenderweise dreiMahlzeitsgöttinnen gemacht hat, bei den bauenden Minyern, dieihren Kult erfanden, die Symbole jener oft genannten dreiräumlichen Bedingungen des Schönen waren, der Symmetrie,Proportionalität und Richtung; sie umkreisen im lieblichenReigen Aphrodite , die höchste Potenz des Schönen, und bildenin dieser Verbindung den geschlossenen Ausdruck, das reizendeSymbol der vollständigen hellenischen Schönheitstheorie.
So sagt Zeising, Aesth. Forschungen 8156: „Da es die Aesthetiknur mit der Anschauung der Dinge, nicht mit den Dingen selbst zu thunhat, so hat sie sich nur auf die planimetrischen Figuren einzulassen, undauf diese wird daher im folgenden hauptsächlich Rücksicht genommenwerden."
Wollte man auch als richtig gelten lassen, daß die Aesthetik sich nurmit den planimetrischen Figuren zu befassen habe, ^so müssen diese doch,wo sie aus der Anschauung eines Dinges entstehen, das nicht bloß Flächeist, sondern auch Tiefe hat, in der Vorstellung des Beschauers das Bildeitles Stereometrischen erwecken; man muß erkennet:, ob man ein Dingvon vorne oder von der Seite sieht, und das Nichtgeschchene aus demGeschehenen ergänzen. Selbst diese planimetrische Anffassungswcise ent-schuldigt somit nicht die Auslassung einer der drei Schönheitsbedingungen,von der im Texte die Rede ist. Anmerk. d. Verf.