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Kleine Schriften / Gottfried Semper ; Hrsg.: Manfred und Hans Semper
Entstehung
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342
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342 Urelemeute der Architektur und Polychromic.

den, schneiden und gießen: in allen drei oder vier verschiede-nen Behandlungen tritt es prinzipiell anders als formenbestim-mend auf.

Mannigfaltiger sind die äußeren Koefficienten der Kunstdar-stellung. Dahin sind zu rechnen alle räumlichen und persönlichenEinflüsse und Momente der Gestaltung, als da sind: Klima,physische Beschaffenheit des Landes, nationale Bildungsrichtung,historische Erinnerungen und Ueberlieferungen, lokale Einflüsseder Umgebung (ob z. B. ein Haus im Thale oder auf der Höhesteht, ob es Stadt- oder Landhaus ist), Person oder Körperschaft,welche das Werk bestellt, dann unter vielen anderen nicht ge-nannten Einflüssen besonders die Gelegenheit und zufällige Ver-anlassung des Entstehens.

Endlich, als mächtiges äußeres Moment, ist noch die Handdes Künstlers, dessen individuelle Persönlichkeit und Stimmunghervorzuheben.

Indem wir nun das Schöne in der Kunst als ein aus allendiesen und noch vielen anderen Momenten Entstehendes, als einWerdendes betrachten, fassen wir die ästhetische Frage von derrein werkthätigen Seite, eine Art der Auffassung, die dem Prak-tischen Künstler am meisten nützt und zusagt. Er betrachtet dasWerk als ein Resultierendes und verlangt, daß es Stil habe,welches Wort nichts weiter bedeutet, als das zu künstleri-scher Bedeutung erhobene Hervortreten des Grund-themas und aller inneren und äußeren Koefficienten,die bei der Verkörperung desselben in einem Kunst-werke modifizierend einwirkten.

In dieser Definition des Begriffes Stil vereinigen sich diescheinbar heterogensten Unterbegriffe, die man mit diesem Wortezu verknüpfen pflegt, und deren Grundverwandtschaft ein sehrrichtiges Volksgefühl herausfand.

So sagen wir gleich richtig: Gotischer Stil, Stil des Zeit-alters Ludwig XIV. , Stil des Raphael, Kirchenstil, ländlicher