Ueber das Verhältnis -er dekorativen Künste ;urArchitektur*).
Die dekorativen Künste sollten aus der Architekturhervorgehen und zu ihr in Beziehung stehen.
Dieses Prinzip in seiner wahren Bedeutung ersaht, wirdvon jedermann unterschrieben werden, der über die Beziehungennachgedacht hat, welche zwischen den verschiedenen Aeußerungenjenes angebornen Instinktes bestehen, vermöge dessen wir dieWahl der Formen und Farben treffen, um den Produkten unsererHände Ausdruck und Schönheit zu verleihen.
Architektur ist das gemeinsame Zusammenwirken aller an-deren Kunstzweige für eine große monumentale Wirkung undnach einer leitenden Idee.
Die Gesetze der Schönheit und des Stils, welche wir imKunsthandwerk und in der Kunst im allgemeinen kennen lernen,wurden durch Architekten zuerst fixiert und systematisch geordnet.
Die Kunstgeschichte scheint diesem Prinzip in einzelnenPunkten zu widersprechen; aber es kann nichtsdestowenigerbehauptet werden, daß gerade diese Punkte die entschiedenstenBeweise für jene intime Wechselbeziehung sind, durch welche alleKunstzweige miteinander verbunden sind.
Zuerst finden wir, daß das Kunsthandwerk oder die Kunst-industrie viele Jahrhunderte vor Erfindung der Architektur alsKunst bereits einen hohen Grad von Entwickelung erreicht hatte.In einfachen Zelten, rohen Verschanzungen und Lagern wohnteder Luxus schon viele tausend Jahre vor Erfindung der Archi-