Ueber den Bau evangelischer Kirchen.
447
vereinten Gemeinde. Sie wird also, als Altarkirche im Gegensatzstehend zu der Predigtkirche, eine viel selbständigere Bedeutungbekommen, als der frühere Chor hatte. Der Chor war Aufenthaltdes Klerus.
Auf ihm, der Vierung der sich durchkreuzenden beiden Haupt-schiffe der Basilika zunächst, soll der Altar stehen, ohne Blattoder Baldachin, und zwar auf einer Erhöhung. Die ganze Altarkirchesoll außerdem durch Stufen über die Predigtkirche erhöht sein.
Die Predigtkirche bildet den Gegensatz zu der Altarkirche.Ihre nähere Beschreibung unterläßt er; er spricht nur über dieSitze und die richtige Stellung der Kanzelmit dem Lesepulte. Letztere soll nie als un-architektvnische Vorrichtung, als beweg-liches Geräte erscheinen. Sie soll desSchalles wegen nicht frei stehen, aber auchnicht an einen Seitenpfeiler geklebt werden.
Sie darf nicht zu hoch angebracht werden.
Sie lehnt sich am besten an die östlicheWand des Querschiffes zunächst demChorabschnitte an.
Das Taufbecken soll nach ihm in der Mg, is,
Altarkirche stehen, Orgel und Sängerchor am westlichen Endeder Kirche.
Zuletzt erheischt Bedürfnis wie Ueberlieferung eine Vorhalleoder Vorkirche.
Die Seitenaltäre sind also das einzige, was aus dem Typusder christlichen Basilika verschwinden muß.
Von den Glockentürmen erwähnt der Verfasser des ge-nannten Werkes an dieser Stelle nichts, doch deutet er frühereinmal darauf hin, daß Turmerhöhungen sich allein organischauf der Vierung der Durchkreuzung des Hauptschiffes mit demQuerschiffe entwickeln lassen.
Der Verfasser dieses Aufsatzes wünscht zuvörderst darzulegen.