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2 (1879) Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Sechstes Hauptstück.

ausgezeichnete Prasinum, das helle Apfelgrün, welches an chinesischemPorzellangeschirr so sehr wohlthuend wirkt, nicht anwendbar seien, wirdnicht näher von ihm bezeichnet . 1

2) Färbung der Oberfläche unter der Glasur,a) Durch Deckhaut (engobage).

Dieses Mittel ist der feinen Fayence gleichsam eigentümlich undmit ihrer Geschichte eng verknüpft (siehe oben). Es lässt sich immalerischen und auch im plastischen Sinne verwerten, ja die Wirkungender Farbe und Plastik lassen sich vereinigen, indem man Ornamente aufandersfarbigen Grund presst, oder in anderer Weise aufträgt, und dieleicht erhaben gemusterte Oberfläche glasirt; ein Verfahren, das dieChinesen mit so vielem Glücke benützen.

b) Durch glasflüssige (vitrifiable) Farben.

Die Deckhaut ist erdig, hier sind die Farben verglasbar.

Diese Procedur entspricht unseren Verhältnissen vollkommen, weilsie sich mit Leichtigkeit mechanisch ausführen lässt. Bedrucktes Papierwird auf den Topf gekleistert und wieder abgewaschen, wo dann dieDruckerfarbe (aus glasigen Farben gemacht) hängen bleibt; hernachfolgt der Ueberzug und das Brennen. Ein höchst gefährliches Mittel,mit geringstem Aufwande an Zeit, Arbeit und Kunst jeden beliebigenGrad des Reichthums in der Flächendekoration zu erreichen. Beweisdie vielen Missbräuche, die damit getrieben worden sind. Hier schützendieselben Grundsätze, die theils in dem ersten Bande unter der RubrikDecke, theils im vorhergehenden Hauptstücke, bei der Besprechung derGefässtheile bereits aufgestellt worden sind.

Monotonie im Quasi-Bedeutungsvollen (schlechtestes, langweiligstesGenre, das auf Tellern, Tassen und Nachtgeschirren lange Zeit Modewar und noch ist), Ueberladung, Missverhältnis der dekorativen Aus-stattung zu dem Objekte im Ganzen, Buntheit etc. sollten um so sorg-fältiger vermieden werden, je billiger und leichter es ist, hier ver-schwenderisch zu sein.

1 Die farbigen Pasten aus der Manufaktur zu Saargemünd sind von ausgezeich-neter Güte. Brogniart beschreibt diese Waare Bd. II. S. 140.