278 Achtes Hauptstück.
ist gegen die Halle offen und etwas höher gelegen, so dass man in denSaal hinabsteigt.
Zu dem Golf führen die beiden Eingänge von aussen, die auf denbeiden Langseiten einander gegenüber liegen. Vor jeder Thür liegt nochein Vorhaus, das wieder mit einer Thür (der Aussenthür) abgeschlossenist. Ausserdem gibt es noch Nebenthüren.
Die Vorhäuser sind gross genug, um als Aufbewahrungsräume fürFeuerung und Getränke dienen zu können.
So gestaltet sich der Grundplan des Hauptgebäudes; — ein viel-gegliederter, aus an einander geschobenen Einheited zusammen-gesetzter Bau, als welcher er auch in seiner Elevation sich kundgibt,wie sich zeigen wird.
Vorher ist das gleiche Prinzip der Sonderung, das den skandi-navischen Baustil ausmacht, ausserhalb dieses Centralbaues, in dem, wasihn umgibt, nachzuweisen.
Nun zuerst die Wohngebäude. Dahin gehört der Skäli (chälet),ursprünglich eine Holzhütte, Bude, später nimmt er grossartige Dimen-sionen an. Ein Skäli wird beschrieben von fünfundzwanzig KlafternLänge, dreizehn Ellen Breite und dreizehn Ellen Höhe; ein anderer vonvierzig Ellen Länge und neunzehn Ellen Breite, durch und durchgetäfelt. Er war heizbar und diente zu den verschiedensten wohnlichenZwecken, hatte Seitenverschläge und aufgehängte Obergemächer (Lopter).Vornehmlich mag er zum Aufenthalt für die zahlreichen nicht adeligenGefolgsleute gedient haben. Ausserdem gab es noch abgesonderte Stuben,Sprechstuben, Gefolgstuben, Badstuben, Wohnstuben und Frauenhäuser.Unter diesen letzteren war die Skemma (der Kemmenate der deutschenFrauen), der Weiberarbeitssaal.
Einige hatten einen Oberstock mit Zugang von Aussen, durch eineFreitreppe, die zunächst auf eine an der Wand fortlaufende offene Laubeführte (spätere Einrichtung). Eine Fallthür (Lucke) gab die Verbindungim Innern mit unten.
Die Schlafstube enthielt nichts als Betträume. In der Saga Olafsdes Heiligen wird ein besonders schön eingerichtetes Schlafhaus beschrieben.Vier Aussenthüren waren in den vier Wänden des quadratischen Hausesangebracht, von jeder führte nach der Mitte eine Doppelreihe erz-beschlagener Holzpfeiler. So entstanden vier Quadrate im Gemache,welche durch niedrigen Brettverschlag getrennte Kammern bildeten. Inder Kreuzung der vier Gänge erhob sich auf einer bankumgebenen Bühnedas Bett des Wirths,