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Neuntes Hauptstück.
hellenischer Tempelbasamente, wie an dem Podium des Olympiums zuAgrigent . An diesen Beispielen entspricht den krönenden Gliedern keineGliederung des Sockels, der aus einer einfachen Quadra besteht. — Imvollendeten hellenischen Stile richten sich die Bestandtheile des Stereobatsoder Podiums und ihre Verhältnisse nach der Analogie und dem Kanonder Säulenordnungen. Das Gesims des Steintempels (Hängeplatte mitseinen krönenden und tragenden Untergliedern), mehr oder weniger ver-einfacht und mit Rücksicht auf die hier obwaltenden Verschiedenheitenmodificirt, ist Vorbild der Mauerkrönung. Ihr entspricht die dorische,einfache Quadra ohne Glieder oder die mehr ionisirende und korinthisi-rende Verknüpfung der Quadra mit dem Trunkus durch eine kräftigeSpira, nebst Leistchen und Anlauf. Häufige Anwendung findet auch dieForm des fallenden Karniesses als Auflösung nach unten. Die Römerfolgten mit einer gewissen Ursprünglichkeit denselben Analogien. (Siehedie S. 366 u. 367 beigegebenen Beispiele griechischer, italienischer undrömischer Fundamentprofilirungen).
Selbst die mittelalterlichen Baustile, obschon sich ihre Kunstformenmehr von der Tradition und ihrer konventionellen Symbolik entfernen,indem sie, aus dem Bedürfniss hervorgegangen zu sein den Anscheinannehmen, sind dennoch an das Ueberlieferte gefesselt. Dieses gilt vonden bekrönenden Gliedern so gut wie von denen, womit ein Bau oderGebäudetheil nach unten abschliesst. Die krönende gothische Wassernasemit der Hohlkehle und dem Viertelstab ist der nordisch-akklimatisirte,syrisch-ägyptische Blattüberschlag mit seinem Astragal. Das Prototyp,woraus fast alle nach unten abschliessenden Gliederungen hervorgingen,ist die attische Säulenbasis. Hier darf bemerkt werden, dass im Mittel-alter der Gegensatz zwischen Unterbau und Aufsatz weniger klar her-vortritt als im Alterthum. An vielen Werken des Mittelalters vermisstman ihn ganz. Dagegen gefällt sich die Baukunst der Renaissance inder mehrfachen Uebereinanderstellung von Podien und Untersätzen, dieauf den Aufsatz vorbereitend hinüberleiten. Dieses Verfahren entsprichtdem Ideenreichthum der blühenden Frühperiode der Renaissance, indemdadurch der bezeichnete Gegensatz bald stärker hervorgehoben und betont,bald gemässigt werden kann, je nach dem Ausdruck, der- einem Werkezugetheilt werden soll.
Die Hochrenaissance verfolgt auf einem anderen Wege das gleicheStreben nach Reichthum des architektonischen Ausdrucks und kommtdurch das Studium Vitruvs und alter Monumente wieder auf die antikeBehandlung des genannten Gegensatzes zurück, soweit diese in der nur