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2 (1879) Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Zehntes Hauptstück.

Wirkung der bereits aus der Barbarei emanzipirten griechischen Baukunstauf den asiatischen Baustil sind indessen nur an den Werken des Be-gründers des Perserreichs bemerkbar . 1 Vielleicht wurde später derGegensatz zwischen Hellenischem und Barbarischem schon von beidenSeiten gleichmässig anerkannt und bewusstvoll festgehalten; vielleichtauch fanden ägyptische Einwirkungen statt; so z. B. würde man dieschon erwähnten grossartigen Thürgerüste und Nischen aus Stein, mitihren in Stege getheilten Pfosten und Stürzen, mit ihrer Hohlkehlen-bekrönung, auf Aegypten zurückzufUhren versucht sein, wären die gleichenFormen nicht zugleich altassyrisch, altphönikisch und altpelasgisch.

Wichtiger als diese Thürgerüste und Nischen sind für die uns jetztbeschäftigende Frage die Steinsäulen jener zweiten Periode des per-sischen Baustils, als die lapidarischen Nachkommen der babylonisch-assyrischen bronzebekleideten Holzsäulen, die ihrerseits nur mehr oderweniger monumentalisirte Zeltstützen sind. Auch geht die Metamorphosenicht über die Säule hinaus, das Gebälk ist noch die alte, bekleideteHolzstruktur; schon die weiten Abstände der Stützen beweisen diess undausserdem zeigen uns die berühmten Königsgräber ihre Ordnung in allerVollständigkeit. Diese ist im Prinzip asiatisch-ionisch, das drei-gegliederte Antepagment des Epistyls, über dem unmittelbar das Rahmen-werk der Decke liegt, die sich durch Mutulen und Hängeplatte äusserlichkundgibt, die Säule selbst, als zweiseitig (mit Front und Seitenansicht)und ursprünglich nicht für peripterische, sondern nur für hypostyle unddiastyle Anwendung berechnet, sind Elemente, die auch dem ionischenStile zu Grunde liegen; aber wo uns an Monumenten die ionische Ordnungbegegnet, ist sie vollständig in den Steinstil übergetreten, hier ist sienur erst halb lapidarisch, in ihrer Weitsäuligkeit, besonders in demRealismus , 2 womit sie den Metallstil wiedergibt, in dem Kandelaberartigenund Möbelhaft-Unmonumentalen ihrer, allerdings steinernen, Säulen.

1 Von der alten Königsburg des Kyros stehen nur wenige Mauerpfosten undeine einzelne Säule noch aufrecht. Diese ist nicht kannelirt und folgt den ionischenVerhältnissen. Ihre Basis ist der ionische Wulst, die Spira, mit Rundstäbchen darüber.Erst unter Darius scheinen die schlanken Säulen von 14 Durchmesser Höhe aufge-kommen zu sein.

Das Grabmal des Kyros zeigt durchaus griechische Details und griechische Ge-fühlsweise. S. Coste u. Flandin, Voyage en Ferse.

2 Dieser Realismus tritt z. B. schlagend hervor in der Art des Riefens derSäulenschäfte. Die Zahl der Stege steigt genau im Verhältnisse der zunehmenden(materiellen) Umfangsfläche des Schaftes, weil sich das Riefen der Bleche nach derEigenschaft und Stärke der letzteren allein richtet, und somit unter gleichen Umständen