Metallotechnik (Metallarbeiten). Die eigentliche Toreutik. 5) 5
Kunst zu bewähren. Vasari rühmt vor Allem einen Petschaftsgriff ausciselirtom Golde, in Form eines Drachen, der aus Epheulaub sich erhebt.Für die Päpste Martin V. (f 1431) und Eugen IV. (f 1450) führt erSkapulierknöpfe und Mitren mit wunderbarer Kunst aus.
Wie die Altäre und Thüren, so sind auch Kanzeln, Sängerpulte,Lettner , Brunnen, Gittereinfassungen, Kandelaber und vor allem die Grab-denkmäler Gegenstände der reichen und zierlich-anmuthigen Renaissance-dekoration. Wenn auch grösstentheils in Marmor ausgeführt, sind siedoch gleichsam an die Metalltoreutik gefesselt. Bronzesarkophag derMedicäer in der Sakristei von S. Lorenzo von Verocchio. GrabmalSixtus IV. in der Sakramentskapelle dieses Papstes zu St. Peter in Rom von Ant. Pollajuolo, schon etwas barok.
Entschiedener im toreutischen Stile hält sich der Ciseleur Desiderio da Settignano ! Grabmal des Carlo Marzuppini im linken Seitenschiff vonSanta Croce , eherne Basis in den Officien, und andere Werke reinstenflorentinischen Geschmacks. Sein Schüler Mino da Fiesoie führt den Stildes Meisters weiter und verbreitet ihn über Italien . Von Benedetto da Maiano ist die schöne Kanzel von Santa Croce mit der entsprechenden Kanzelthür.
Schöne Dekorationswerke dieses ächt toreutischen Stils der Früh-renaissance sind überall verbreitet: zu Siena die Werke der Gebr. Mar-zini, Peruzzi’s, des Lorenzo Vecchietta , Jacopo della Guercia u. a. Wasch-becken, Ciborien, Fahnen- und Fackelhalter, Gitter, Marmorbänke u. s. w.
Zu Rom vollendet Andrea Sansovino in den Grabmälern (im Chorzu S. Maria del Popolo) diesen toreutischen Marmorstil und bringt ihnzum letzten Abschluss.
Nach Neapel wird derselbe durch die Florentiner Giuliano da Maiano ,Bernardo Rosellino u. A. getragen. Ein grosses Werk florentinischerSchule in Neapel , der Triumphbogen des Aragoniers Alfons, schafft un-zählige Nacheiferer.
Gleichzeitig macht sich in Oberitalien eine, von der florentinischenetwas abweichende Richtung der Bildnerei in Erz und harten Stoffenbemerkbar: sie ist weniger delikat, üppiger, naturalistischer, überwuchertdie Architektur, die selber in ihren Verhältnissen schwankender, wenigerfest ist. Arabesken in Santa Maria de’ Miracoli, Chorpilaster, Chor-schranken, Lettner ; Riesentreppe im Dogenpalast u. a. Alessandro Leopardo : Piedestal der Reiterstatue des Colleoni. Die kandelaber-artigen Fussgestelle für die Flaggenstöcke vor S. Marco, im ächtenCiselirstil, flach und scharf.
Brunnen im Dogenpalaste durch Conti und Alberghetti.