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1 (1858) Biographien zur Kulturgeschichte der Schweiz. 1. Cyclus / von Rudolf Wolf
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Heinrich Glarean .

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scheu Studien noch fort, ließ aber auch seiner poetischen Aderimmer freiern Lauf. Namentlich verfertigte er, als Maximilian I. im Jahre 1512 sich auf einem Reichstage zu Köln befand, einLobgedicht auf diesen Kaiser, und sang es erhaltenem Auftragegemäß am 25. August 1512 in Dorischer Melodie vor den versam-melten Reichsfürsten mit großem Bestalle ab: Der Kaiser schmückteeigenhändig das Haupt des jungen Dichters mit dem Lorbeerkranze,steckte ihm einen Brillantring an, und entließ ihn mit huldreichenWorten 5). Dieser glückliche Erfolg bestimmte Glarean, sich ganzden schönen Wissenschaften zu widmen, und ziemlich schnell sam-melte sich ein Kreis von Jünglingen um ihn, die seinen Unterrichtin denselben genießen wollten, so daß sich ihm auch ein angenehmerWirkungskreis erschloß. Doch nur zu bald wurde ihm derselbedurch den heftig auflodernden Kampf der Scholastiker gegen dieFreunde reiner Wissenschaft und namentlich auch gegen den vonGlarean hochverehrten Vater Reuchlin , verbittert, und als es1514 sogar dazu kam, daß MeuchlingsAugenspiegel" 6) zu Köln auf öffentlichem Platze verbrannt wurde, kehrte Glarean dieserStadt den Rücken.

Am 1. Mai 1514 wurde Glarean in das Matrikelbuch derUniversität Basel eingetragen, und versammelte bald auch hierwieder in einem eigens hiefür gemietheten Hause einen zahlreichenKreis von Schülern um sich'). In demselben Jahre entwarf er,

6) Dieses Lobgcdicht erschien noch 1512 in Kein unter dem Titel: ,,M cUviklaxlirMsiü Lownnvrum Imxerntorls ssinpsr Lugusti Irructsul st prssoo-Mum, carmLir p-msMioum.» Eine neue Ausgabe erschien nach Schreiber ver-einigt mit der unter 8) erwähnten Schüft'. Sasils-io ISIS, und bei ihrer Angabeweist Schreiber nach, daß sie oft fälschlich mit der Jahrzahl E angeführt werde,die zwar aus dem Titel stehe, aber sich nur auf die Arbeit des Holzschneiders Le-ziehe. Ob in dem neuen Kataloge der Bibliothek in Lausanne , der eine Ausgabevon 1514 in 4. anführt, dieser Fehler ebenfalls begangen wurde, kann ich nichtentscheiden.

6) Eine 15,1 zu Tübingen erschienene Vertheidigung gegen ein, von einem ge-tauften Judenausgangen unwahrhaftigs L>chmachbüchlinll

7) Unter diesen Schülern war auch Valentin Tschudi , ein Sohn des ausdem Burgunder- und Schwabcnküege berühmten Marguard Tschu r, er,Zwingli vorgebildet, bereits bei Vadian in Wien studirt hatte. Er ruy 'einem Briese vom LI. Juli ISIS an Zwingli , Glarean , wie er dre EY ,Vaterlandes sei und für die Glarmr sorge; er sei immer bet der Hau