Albrecht v. Haller.
119
oder wollte des jungen Mannes Vielseitigkeit nicht begreifen. Da-gegen erlaubte man ihm, gleichsam als Entschädigung, Vorlesun-gen über Anatomie zu halten, und richtete zu diesem Zwecke aufder großen Schanze ein anatomisches Theater ein. Bald nachhererhielt er auch die mit seinen Neigungen ganz übereinstimmendeStellung eines Bibliothekars, und man war nun nicht wenigerstaunt, wie er in weniger als einem Jahre die nicht unbedeutendeSammlung von Büchern und Manuskripten in eine übersichtlicheOrdnung brachte und katalogisirte, und dann dieselben Arbeitenauch für die mit der Bibliothek verbundene Münzsammlung durch-führte
„Die Fähigkeiten, welche Haller so vielseitig und in so außer-
38) Buch nach Haller's Abgänge von Bern behielt er sein Interesse für dieBibliothek, und in seiner Korrespondenz mit dem ihm nahe verwandten Samuel Engel <1702 bis Lk Mai ->78i'), der ihm als Bibliothekar folgte, ist wiederholtvon derselben die Rede. Mit großer Freude schrieb ihm Engel am 28. Juni 17ig:«dlous svons ü In ün vsincu pour In bibliotktzquv. 1.1,. L8. ont rsconnu Is22 eoursnl unsinnismsnt, -I) <p>s pour Is büliinsnt on 6svrs ksirs un projstst voir, si on xourrs I'sgrsndir su inSnis lisu ou s'il ksudrs ksirs bätir»illsurs; 2> eins pour Iss livrss on 6svrs 6onnsr, six snnsss äs 8uits,gnnusllsiuenl -wog seus disnes, risn qus pour sckslsr 6ss livrss, 6 con-äilion quv odsqus svnüs, svsnt äs rscsvoir Iss 1000 seus suivsnls, onrsrnsllrs un campte g bt. LL. eis I'einploi qu^on surs knit des 1000 scusprsoddsnts. Xprss Iss six sns tinis, ou psndsnl os tsmps, on vsrrs esqn'on pourrn ksirs pour svoir un konds ou rsvsnn snnusl. suZsr un psu,si cool, inslgrd Is peins, ns ins csuss du plsisir.» Und wohl ist es diesemschönen Beschlusse zu verdanken, daß die Berner Stadtbibliothek verhältnißmäßigso viele klassische Werke aus jener Zeit besitzt, wie z. B. die Oper» von Wallis,Tycho dc Brahe, DeScartes, Fermat , Leibnitz , Schoncrus, Huhghens, rc., einerziemlich reichen Sammlung «endemischer Schriften nicht zu gedenken. — Engelmachte sich auch als Mitstifter des städtischen Waisenhauses und der ökonomischenGesellschaft verdient. In den Jahren von 1706—1772, wo er zu Nyon als Land-vogt von Orbe und Echallens lebte, führte er in dieser Gegend die Kartoffelkulturein, die in den Hungerjahren von 1770 und 1771 große Dienste leistete. DieStadt Nyon gab ihm bei seiner Abreise zum Danke eine 20 Dukaten schwere goldeneDenkmünze mit der Aufschrift: «In signum Zrslitudinis st rsvsrsntiss civilst,blevidunsnsis. rlltsr Iriptolsinus nobis Irssc ocis kecit. Ssmusli LnZel,vrdss st Scslss prsskeolo.» Dem Auslande wurde er durch seine sich namentlichmit der nordwestlichen Durchfahrt nach der Südsee befassenden Schriften - Einni-rss st odssrvstions AsogrgpNi^ues et sritiauss sur Is situstion des ps^sssplsntrionsux 6s I'.äsio st 6s l'Lmsriqns, l-sussnno 1768», und «üsssi surostts qusstion: tzusnd st coininsnt I'Lrnsriqus s-t-slls Sts psuplss d'kom-inss et d'sniinsux, elmslsvdsin 1767», bekannt.