Buch 
2 (1859) Biographien zur Kulturgeschichte der Schweiz. 2. Cyclus / von Rudolf Wolf
Entstehung
Seite
184
JPEG-Download
 

184

Joh. Jakob Ott.

In den alten Sprachen und der Philosophie unterrichtete ihn dernachmalige Dekan Johannes Schmutz , und unter seiner Anlei-tung machte er im Sommer 1731 in Gesellschaft von acht andernjungen Zürchern eine Reise über Glarus , Altorf, Schwyz , Zug,Stanz, Sarnen und Luzern nach Bern unv Neuenburg, vonwo die jungen Reisenden über Solothurn und Aarau wohlbehalten,und von ihrem Mentor manigfach belehrt, in die Heimath zurück-kehrten"'). Bald nachdem ferner Johannes Geßner sich in Zürich etablirt hatte, wurde auch dessen Unterricht für Ott in Anspruchgenommen; er soll sein erster Schüler in der Mathematik undPhysik gewesen sein, und noch später geäußert haben, daßwenner je etwas gründliches gedacht habe, er dieses als eine gesegneteFolge des soliden Unterrichts Geßners mit Dank ansehe". Endlichist nicht zu vergessen, daß auch der Musik, für welche Ott vonfrühe auf große Vorliebe gezeigt hatte, gehörige Rechnung getra-gen wurde, und eine Reise nach Italien zunächst der weitem Aus-bildung in derselben gewidmet war.

Nach Hause zurückgekehrt, trat Ott in das Handlungsgeschäftseines Vaters ein, und heirathete 1737 Anna Goßweiler, verwirt-wete Escher §) Seine ökonomischen Verhältnisse ordneten sich dabei

3> Johannes Schmutz 1.29. Mai 1709 bis 8. Juni -1778) war ein Sohn desBäckers und Informators Johannes Schmutz (12. Dez. 1667 bis 21. Mai 1755),derEin komliche und nützliche Haußrechnung, Zürich 1714 in 8." herausgab, undhinwieder ein Neffe des I. 108 behandelten Kaspar Schmutz war. Ihm verdankteOberstraß, wo früher der Gottesdienst in einer Schenke gehalten wurde, sein Bet-haus, und Wollishofen ein neues Schulhaus. Er blieb bis zu seinem Tode Pfarrerin Wollishofen und Dekan des See-Kapitels. Vergl. auch I. 305.

41 Die 261 Quartseiten haltende Rcisebcschreibung durch Schmutz findet sichnoch auf der Zürcherbibliothek. Die Reise dauerte 32 Tage, und kostete jeden derd Thcilnehmcr, obschon sie noch Schmutz und zwei Bediente frei zu halten hatten,und Schmutz mit ei?'/? fl. für die Reisebeschrcibung honorirten, nur 59 fl. 34 ß.

8) Aus dieser Ehe, die bis 1765 dauerte, entsprangen nach übereinstimmenderAngabe der Ottischen Familienchronik und Dürstelcrs genealogischen Tafeln 3 Kin-der 1 Barbara, 1737 geboren, 1760 an Rathsherr Georg Hirzel verheirathet,Regula, 1740 geboren, 17SS an Hauptmann Hs. Kaspar Korrodi verhcirathet,und Felix (17421777,, ein trefflicher Klavierspieler. aber ein etwas leichter Vogel,der seiner Familie viel Verdruß machte. Wie sich hiemit ein anderer Tochtermann,Quartierhauptmann Schinz, zusammenreimt, von dem Dr. Hirzel sprach, als eram 20 . Nov. 1769 der physikalischen Gesellschaft den Tod unsers Ott anzeigte,weiß ich nicht. Vergl. Note 10 .